Filmpreise "Sophie Scholl" für Oscar nominiert

Der deutsche Film "Sophie Scholl - die letzten Tage" ist für einen Oscar nominiert worden. "Brokeback Mountain", Ang Lees Western über zwei schwule Cowboys, geht mit acht Nominierungen als Favorit in das Rennen um die begehrten Filmpreise.


Los Angeles - Marc Rothemunds Film über die letzten Tage der deutschen Widerstandskämpferin Sophie Scholl ist heute in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" für einen Oscar nominiert worden. Das Drama mit Julia Jentsch in der Hauptrolle gewann bereits zahlreiche europäische Preise und tritt nun am 5. März bei der 78. Verleihung der Oscars gegen vier weitere ausländische Filme an, darunter die deutsch-französische Koproduktion "Joyeux Noël - Merry Christmas" und die holländisch-deutsch-französische Produktion "Paradise Now" über zwei palästinensische Selbstmordattentäter.

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Fotostrecke: Cowboys, Crash oder Capote?
Fred Breinersdorfer, Drehbuchautor und Produzent von "Sophie Scholl", sieht in der Oscar-Nominierung eine Würdigung des deutschen Widerstands gegen das NS-Regime. "Wir sind alle natürlich unglaublich glücklich, um nicht zu sagen aus dem Häuschen", sagte Breinersdorfer der dpa. "Wir empfinden das nicht nur als eine Würdigung unserer Arbeit im Film, sondern auch als eine Würdigung dieser Studenten, die nur mit der Kraft ihrer Argumente Widerstand geleistet haben." Im vergangenen Jahr war Oliver Hirschbiegels Hitler-Film "Der Untergang" nominiert, gewann aber keinen Preis. Zuletzt gewann 2003 ein deutscher Film den Auslands-Oscar - Caroline Link setzte sich mit ihrem ebenfalls zur NS-Zeit spielenden Flüchtlings-Drama "Nirgendwo in Afrika" durch.

"Sophie Scholl"-Regisseur Marc Rothemund zeigte sich ob der Oscar-Nominierung "glückstrunken". "Bei uns fliegen die Champagnerkorken", jubelte er gegenüber der dpa. Als Favorit in den Hauptkategorien des renommierten Kinopreises geht Ang Lees Film "Brokeback Mountain" ins Oscar-Rennen. Insgesamt acht Nominierungen bekam das Liebesdrama über zwei schwule Cowboys, das bereits bei den Golden Globes mehrfach ausgezeichnet wurde, darunter Nennungen für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste männliche Hauptrolle (Heath Ledger).

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"Sophie Scholl": Deutsches Widerstandsdrama auf Oscar-Kurs
Zu den weiteren Kandidaten in der Kategorie "bester Film" gehören das einfühlsame Schriftsteller-Porträt "Capote", die Gesellschaftsparabel "L.A. Crash", das Mediendrama "Good Night, and Good Luck" sowie der Polit-Thriller "München" von Steven Spielberg.

Zwei Nominierungen erhielt George Clooney - für seine Rolle als CIA-Agent in dem Polit-Thriller "Syriana" und für die Regie bei "Good Night, and Good Luck".

Neben Heath Ledger treten Philip Seymour Hoffman ("Capote"), Terence Howard ("Hustle & Flow"), Joaquin Phoenix ("Walk the Line") und David Strathairn ("Good Night, And Good Luck") als beste Hauptdarsteller an. Als beste Schauspielerinnen wurden erwartungsgemäß Felicity Huffman ("Transamerica") und Reese Witherspoon ("Walk the Line") nominiert. Sie konkurrieren mit Charlize Theron ("North Country"), die vor zwei Jahren bereits einen Oscar gewann, sowie mit Dame Judi Dench ("Mrs. Henderson presents"), die ebenfalls schon eine Goldstatuette ihr eigen nennen darf, und Nachwuchstalent Keira Knightley, die in "Pride and Prejudice" glänzte.

Als beste Nebendarsteller sind neben George Clooney auch Matt Dillon ("L.A. Crash"), Paul Giamatti ("Cinderella Man"), Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain") und William Hurt "A History of Violence") nominiert. Bei den Nebendarstellerinnen treten Catherine Keener ("Capote"), Frances McDormand ("North Country"), Rachel Weisz ("Der ewige Gärtner"), Amy Adams ("Junebug") und Michelle Williams ("Brokeback Mountain") gegeneinander an.



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