Filmreif Berlinale-Jury steht fest

Bei der diesjährigen Berlinale-Jury spielt Vielseitigkeit die Hauptrolle: Neben Leinwand-Grandseigneur Armin Mueller-Stahl geben sich der New Yorker Medienkünstler Matthew Barney und der US-Produzent Fred Roos die Ehre.


Berlin - "Auf den ersten Blick unnahbar und kühl wirkend, hat Charlotte Rampling eines der interessantesten Gesichter im Film", schreibt wohlwollend der Branchendienst "Blickpunkt:Film". Die 61-jährige Engländerin dürfte auch eine der interessantesten Darstellerinnen ihrer Generation sein. Rampling profilierte sich als Charakterschauspielerin in Filmen von so unterschiedlichen Regisseuren wie John Boorman ("Zardoz", 1974), Woody Allen ("Stardust Memories", 1980) und François Ozon ("Unter dem Sand", 2000). Das Berlinale-Team unter Leitung von Dieter Kosslick ernannte die Schauspielerin bereits im November zur Präsidentin der Jury.

Darsteller Mueller-Stahl: Leinwandgentleman und Berlinale-Juror
DPA

Darsteller Mueller-Stahl: Leinwandgentleman und Berlinale-Juror

Jetzt stehen auch Ramplings Mitstreiter fest - ein illustres Team, das die Wettbewerbsbeiträge des am 9. Februar startenden Kinofestivals kontrovers diskutieren wird. Davon jedenfalls kann man ausgehen, wenn neben einem Schauspielgentleman wie Armin Mueller-Stahl ein streitbarer Medienkünstler wie Matthew Barney sein Stimmrecht geltend machen wird.

Barney brachte Ende letzten Jahres seinen fünfteiligen "Cremaster"-Zyklus ins Kino. Das 400 Minuten umfassende Werk, zunächst in Einzelfolgen in Museen präsentiert, gilt als eines der herausragenden Filmexperimente des letzten Jahrzehnts und vermengt Stoffe und Genres von Musical über Western bis zu Mythen und Sagen zu einer bildgewaltigen Medienperformance.

Mit Fred Roos, dem Produzenten, der 1981 Francis Ford Coppolas Drama "One From the Heart" produzierte und unlängst mit dem Politthriller "Der ewige Gärtner" einen Kritikererfolg vorlegte, ist die angewandte Seite der Filmkunst vertreten. Mit dem indischen Regisseur Yash Chopra und der niederländischen Regisseurin Marleen Gorris ("Antonias Welt") kommen zwei profilierte Inszenierungsprofis hinzu. Abgerundet wird das Team vom oscargekürten Kameramann Janusz Kaminski ("Schindlers Liste) und Schauspielerin Lee Young-ae. Die 35-jährige Koreanerin ist in ihrer Heimat ein Fernsehstar und erlangte in Park Chan-wooks Militärdrama "Joint Security Area" (2000) internationale Beachtung.



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