Fotostrecke Gregory Peck Trauer um Hollywoods aufrechten Beau

Mit Gregory Peck verliert die Filmwelt einen ihrer letzten großen Altstars. Der attraktive Schauspieler hatte sich stets bemüht, über sein Image als Hollywood-Schönling hinauszuwachsen. Mit Erfolg: Charakterrollen wie die des klugen und aufrechten Anwalts Atticus Finch aus "Wer die Nachtigall stört" haben ihn unsterblich gemacht.


Paraderolle: Für seine Darstellung des klugen und aufrechten Anwalts Atticus Finch in "Wer die Nachtigall stört" gewann Gregory Peck 1963 den Oscar als bester Hauptdarsteller
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Paraderolle: Für seine Darstellung des klugen und aufrechten Anwalts Atticus Finch in "Wer die Nachtigall stört" gewann Gregory Peck 1963 den Oscar als bester Hauptdarsteller

Los Angeles - Danny DeVito, Co-Star in Pecks letztem Kinofilm "Das Geld anderer Leute" (1991), trauerte am Donnerstag um den Verlust einer "wunderbaren Person". Charlton Heston, der mit Peck 1958 den Western "Weites Land" drehte, würdigte "Großzügigkeit, Humor, Zähigkeit und Geist" des Hollywood-Stars. Für Regisseur Martin Scorsese war er ein "ungewöhnlich subtiler" Schauspieler, der die Gefühle seiner Leinwandcharaktere genau ausdrücken konnte. Die Welt werde sich immer an Peck erinnern und er werde ihn nie vergessen, sagte Kirk Douglas.

Jahrzehnte vor George Clooney, Richard Gere oder Brad Pitt galt er als der "schönste Mann Hollywoods". Selbst im hohen Alter hatte der allein durch seine 1,90 Meter Körpergröße beeindruckende Schauspieler noch immer eine ausnehmend gute Figur gemacht. Seine Attraktivität, die ihm selbst stets ein wenig peinlich war, brachte den Medizinstudenten überhaupt erst ans Theater. "Junger Mann, sie gehören auf unsere Bühne!", erklärte ein Professor, der das Studententheater der Berkeley University betreute. Von der Schauspielerei, erwiderte Peck, verstehe er nun wirklich nichts. Die Antwort vergaß er nie: "So wie Sie aussehen, macht das gar nichts."

Jahre später, als er längst in Hollywood etabliert war, bemühte sich Peck um ein weit gefächertes Rollenspektrum. Er wollte wohl sich und anderen zeigen, wie sehr er den eigenen Beruf beherrschte. Die attraktive Hauptrolle in "12 Uhr mittags" lehnte er 1952 ab, weil er vorher schon einen ähnlichen Westernhelden gespielt hatte. Als Gary Cooper für die Rolle einen Oscar bekam, gratulierte Peck ohne Neid. Er selbst musste noch zehn Jahre auf seinen Oscar warten. Dafür bekam er ihn für eine weitaus vielschichtigere Charakterrolle. In "Wer die Nachtigall stört" spielte er den Anwalt Atticus Finch, der im rassistischen Süden der USA einen zwar unschuldigen, aber praktisch schon abgeurteilten Schwarzen verteidigt.

Später Triumph: 1963, nach fünf Nominierungen, gewann Gregory Peck den Oscar als bester Hauptdarsteller für "Wer die Nachtigall stört". Da freute sich auch Sophia Loren. Hollywood-Beau Peck: "Junger Mann, Sie gehören auf unsere Bühne" Unvergessliches Liebespaar: Peck mit Filmpartnerin Audrey Hepburn in "Ein Herz und eine Krone" (1953)
Empfang bei US-Präsident Clinton im Weißen Haus (1998): Zahlreiche Ehrungen wurden Gregory Peck für sein soziales Engagement zuteil. Undatiertes Porträtfoto: Lange vor George Clooney, Brad Pitt und Richard Gere galt Gregory Peck als schönster Mann von Hollywood Ehrenlegionär: 1995 erhielt Gregory Peck den Titel "Commander in der Ehrenlegion" für sein filmisches Schaffen verliehen. Der französische Staatspräsident Chirac überreichte den Orden in einer privaten Zeremonie im Pariser Elysée Palast
Spätwestern: Gregory Peck in "McKennas Gold" (1968) Auszeichnung: 1999 erhielt Gregory Peck einen Golden Globe für seine Darstellung des Father Mapple in der TV-Miniserie "Moby Dick". 1956 hatte Peck im Kino in der Hauptrolle des Captain Ahab brilliert Altstar: Auch im Alter (Archivbild von 2000) verfügte Gregory Peck noch über jene Ausstrahlung und Würde, die seinen Ruhm begründet hatten

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Das sei die Rolle, die Peck am meisten entsprochen habe, meinten Kritiker. Er sei stets die Verkörperung eines klugen, anständigen, toleranten und bescheidenen Bürgers eines auch geistig freien Landes gewesen. Diesen Gregory Peck hätten sich Millionen Amerikaner zum Vorbild genommen, hieß es Jahre später, 1989, als das American Film Institute (AFI) ihm eine Auszeichnung für sein Lebenswerk verlieh. Erst vor kurzem hat das AFI Atticus Finch zum größten Leinwandhelden in der Geschichte Hollywoods erklärt.

In "Old Gringo" (1989) hatte Peck das Vergnügen, mit Jane Fonda als Partnerin zu zeigen, dass auch ein Mann in seinem Alter noch Frauen beeindrucken kann. 44 Jahre vorher hatte der Thriller-Experte Alfred Hitchcock ihn zum romantischen Idol gemacht. In "Ich kämpfe um Dich" musste sich Ingrid Bergman unsterblich in ihn verlieben. Dass ihr diese Aufgabe keineswegs schwer fiel, wurde damals in den Gazetten gemunkelt. Unvergessen wird auch Pecks Filmliebe als rasender Reporter zur bezaubernden Prinzessin Audrey Hepburn in "Ein Herz und eine Krone" bleiben.

Im wirklichen Leben hat Peck die Klatschreporter allerdings oft enttäuscht. Seit 1955 war der Kalifornier in zweiter Ehe mit einer französischen Journalistin verheiratet, in die er sich bei einem Interview verliebte. Seine Privatsphäre war jedoch stets tabu. Mit einer traurigen Ausnahme. Als sich sein Sohn Jonathan, eines seiner fünf Kinder, 1975 das Leben nahm, konnte Peck nicht verheimlichen, wie sehr ihn das tragische Ereignis berührte.

Peck, der in jungen Jahren Priester werden wollte, war ein überzeugter Pazifist. Ein Liberaler, der sich zeitlebens sozial engagierte. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehört die "Medal of Freedom", der höchste zivile Orden der USA. Mit Gregory Peck hat die Filmwelt in der Nacht zum Donnerstag einen ihrer größten Leinwandstars verloren und einen der letzten großen Hollywood-Altstars. Der 87-Jährige starb in seinem Haus in Los Angeles an Altersschwäche. Seine Frau Veronique war an der Seite des Schauspielers, als er die Augen schloss und friedlich einschlief, sagte Sprecher Monroe Friedman am Donnerstag.



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