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"Four Lions" CSU will Islamistensatire verbieten

Islamistischer Terror kann auch lustig sein - zumindest in der Satire "Four Lions", die im April in die deutschen Kinos kommen soll. Wenn, ja wenn sich die CSU nicht noch durchsetzt: Die Christsozialen wollen den Streifen angesichts der aktuellen Terrorgefahr nicht zeigen.

Hamburg - "Four Lions" ist der erste Film, der islamistische Selbstmordattentäter zu Helden einer Satire macht. So sprengen britische Dschihadisten statt ungläubiger Feinde wahlweise Schafe, die eigenen Leute oder unschuldige Mikrowellen in die Luft. Das ist alles sehr witzig und ebenso provokativ.

Der Streifen des britischen Regisseurs Christopher Morris lief schon auf diversen Filmfestivals mit großem Erfolg. Nur mit der Vermarktung in Deutschland hakte es bisher: Es fand sich kein Vertrieb.

Im Stil einer Dokumentation werden fünf junge Muslime im englischen Sheffield gezeigt, die in den "Heiligen Krieg" ziehen wollen. Radikalisiert durch die Bekennervideos diverser Selbstmordattentäter, aber handwerklich noch weit entfernt von ihren Vorbildern.

"Auf mein Kommando fliegst du zum Ziel", beschwört in einer Szene Dschihadist Faisal eine Krähe. Um den Hals trägt der Vogel eine kleine Bombe. "Wenn ich hier drücke, kommst du in den Himmel, Bruder Krähe", beschwört der Mann das Tier. Dann will er in Deckung gehen. Dummerweise kommt er an den Auslöser. Kawumm. Die Federn fliegen. Das Vieh ist hin. Allah ist groß. Nicht das letzte Opfer in dem Film.

"Es könnte Öl ins Feuer gegossen werden"

So reisen zwei der Jungs aus England später in ein Terror-Trainingscamp nach Pakistan. Als sie eine US-Drohne abschießen wollen, feuert Bruder Omar ins eigene Lager. Er hatte die Panzerfaust falsch herum gehalten.

Für die Probleme der Terroristen in seinem Spielfilmdebüt, hat der britische Regisseur Christopher Morris eine einleuchtende Erklärung: "Menschliches Unvermögen macht keinen gnädigen Bogen um eine Terrorzelle. Es geht mitten hindurch! Wie durch alle anderen Bereiche auch."

Mit dem Berliner Verleih "Capelight Pictures" gibt es jetzt einen deutschen Vertrieb für "Four Lions". Ende April wird der Dschihad der Dilettanten in die deutschen Kinos kommen. "Ich glaube nicht, dass der Film die Terrorgefahr in irgendeiner Form beeinflusst", ist sich Verleihchef Steffen Gerlach sicher.

Ganz anderer Meinung ist jedoch der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer. Gegenüber SPIEGEL TV Magazin fordert er, den Film wegen der aktuellen Terrorgefahr nicht zu zeigen: "Ich glaube, dass es sehr gefährlich sein könnte, diesen Film jetzt in deutschen Kinos zu zeigen. Es könnte Öl ins Feuer gegossen werden."


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