"Hamlet" und "Tosca" Italienischer Regisseur Franco Zeffirelli ist tot

Franco Zeffirelli inszenierte Shakespeare-Kinodramen mit Stars wie Elizabeth Taylor und Opern mit Maria Callas. Später engagierte er sich politisch für Berlusconis Forza Italia. Nun ist er mit 96 Jahren gestorben.

Franco Zeffirelli
Tony Gentile/Reuters

Franco Zeffirelli


Weltbekannt wurde Franco Zeffirelli mit zwei großen Shakespeare-Verfilmungen: 1967 setzte er "Der Widerspenstigen Zähmung" mit Elizabeth Taylor und Richard Burton für die große Leinwand in Szene, 1968 "Romeo und Julia". Beide Produktionen wurden mit internationalem Team in englischer Sprache gedreht, für "Romeo und Julia" wurde Zeffirelli für den Regie-Oscar nominiert.

Bei der Adaption von Bühnenstücken und internationalen Koproduktion sollte es bleiben: Der italienische Regisseur adaptierte immer wieder großen Opern für das Kino, etwa "La Traviata" (1982) oder "Tosca" (1985). Und auch zu Shakespeare kehrte er immer wieder zurück, 1986 inszenierte "Othello" fürs Kino, 1990 - mit Mel Gibson in der Hauptrolle - "Hamlet".

Erste Erfolge hatte Zeffirelli in den Fünfzigerjahren mit Opern gefeiert: Er arbeitete unter anderem an der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera und der Comédie-Française. Die aufwendigen Kostüme gestaltete er oft selbst. Mehrmals arbeitete er in dieser Zeit mit der Sängerin Maria Callas zusammen, über deren letztes Lebensjahr er 2002 das Filmdrama "Callas Forever" mit Fanny Ardant drehte.

Schon früh wusste der Regisseur auch die Mittel des Fernsehens für sich zu nutzen: 1977 drehte er die Serie "Jesus von Nazareth", die auch dank Stars wie Robert Powell, Claudia Cardinale und Anne Bancroft ein internationaler Erfolg wurde.

In späteren Jahren engagierte sich Zeffirelli auch politisch. Aus seinen Positionen hat er nie einen Hehl gemacht: Die Kommunisten nannte er einen "Haufen Betrüger", die das Land zugrunde richten wollten; und zwischen 1994 und 2001 saß er für Silvio Berlusconi Partei Forza Italia im Senat.

1996 outete sich Zeffirelli als homosexuell - zog aber den Ärger schwuler Aktivisten auf sich, weil er als gläubiger Katholik ausdrücklich die Haltung der Kirche zum Thema gleichgeschlechtliche Liebe verteidigte.

Wie sein Sohn bekanntgegeben hat, starb Franco Zeffirelli am Samstag in Rom. Er wurde 96 Jahre alt.

cbu/AP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.