Frankfurter Buchmesse Ehrenpreis für Hanna Schygulla

Hanna Schygulla gilt als einer der größten Stars des europäischen Kinos, sie drehte mit Jean-Luc Godard, Ettore Scola und Rainer Werner Fassbinder. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wird die Darstellerin jetzt in besonderem Maße gewürdigt: mit einem Film-Ehrenpreis.


Erst im Juli gastierte sie im New Yorker Museum of Modern Art; das dortige Filmtheater zeigte eine Retrospektive ihrer Filme. Sie selbst sang Lieder und Chansons und bekräftigte erneut ihren Ruf als Ausnahmekünstlerin. Ganz klar: Hanna Schygulla ist ein Weltstar - und eine Institution des europäischen Kinos.

Darstellerin Schygulla: Ikone des europäischen Films
DPA

Darstellerin Schygulla: Ikone des europäischen Films

Die 1943 in Kattowitz geborene Schauspielerin hat mit vielen berühmten Regisseuren gearbeitet, mit Jean-Luc Godard, Ettore Scola und Marco Ferreri, mit Volker Schlöndorff und Wim Wenders - und natürlich mit Rainer Werner Fassbinder, den sie 1966 auf einer Münchner Schauspielschule kennenlernte und der ihr ein erstes Theaterengagement vermittelte. Unter seiner Regie drehte sie Klassiker wie "Lili Marleen", "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" und "Die Ehe der Maria Braun". Durch die hoch gelobte Fernsehserie "Acht Stunden sind kein Tag", ebenfalls von Fassbinder inszeniert, wurde sie 1972 auch einem größeren Publikum bekannt.

Heute lebt sie in Paris, wird in Amerika als Leinwandkönigin verehrt und entlockt Schriftstellern immer noch Begeisterung, wie jene von der "Neuen Zürcher Zeitung" zitierten Zeilen Peter Handkes beweisen: Vor ihrem "Startum" würden die Zuschauer "däumlingsklein, kinderklein, wirklichkein, traumklein, märchenklein, statt unwirklich groß wie in den Geschichten, die inzwischen aktuell sind".

Dieser Fähigkeit zur Verzauberung wird jetzt im Rahmen des hessischen Film- und Kinopreises eine besondere Auszeichnung gewidmet: Schygulla erhält für ihr Lebenswerk den Film-Ehrenpreis des hessischen Ministerpräsidenten. Der ebenfalls am Abend des 21. Oktober verliehene Internationale Literaturfilmpreis ist also in bester Gesellschaft: Schließlich gelang der Darstellerin in der Rolle der Effi Briest (1974) eine der beeindruckendsten Interpretationen einer literarischen Vorlage, die Europas Kino vorzuweisen hat.



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