Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski Frankreichs Kulturminister schaltet sich ein

Er sagte, dass Talent kein mildernder Umstand sei, warnte aber auch vor einem "Meinungs-Tribunal": In die Debatte zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Roman Polanski hat sich Frankreichs Kulturminister Franck Riester eingeschaltet.

Roman Polanski droht in den USA nach wie vor ein Prozess
AP

Roman Polanski droht in den USA nach wie vor ein Prozess


Zum Start seines Films "J'accuse" sieht sich Regisseur Roman Polanski in Frankreich mit neuen Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert, erste öffentliche Vorführungen des historischen Dramas sind von Protesten begleitet worden. Nun hat sich Frankreichs Kulturminister Franck Riester in die Debatte eingeschaltet: "Genie ist keine Garantie für Straffreiheit", sagte er in Paris bei einer Debatte zur Gleichberechtigung im Film, ohne den polnisch-französischen Regisseur namentlich zu nennen. "Talent ist kein mildernder Umstand", erklärte Riester weiter. Zugleich warnte er vor einem "Meinungs-Tribunal".

In Polanskis neuem Film, der in Deutschland im Februar unter dem Titel "Intrige" in die Kinos kommen soll, geht es um die Dreyfus-Affäre: den Fall des jüdischen Offiziers Alfred Dreyfus, der 1894 in Frankreich zu Unrecht wegen Landesverrats verurteilt wurde. Einige Kritiker werfen dem Holocaust-Überlebenden Polanski vor, sich mit dem Film selbst zum Opfer einer Intrige stilisieren zu wollen.

Ein früheres Model hatte dem in Frankreich lebenden Polanski vor dem Filmstart vorgeworfen, sie 1975 in seinem Haus in der Schweiz vergewaltigt zu haben. Polanski, der 2003 für "Der Pianist" den Oscar gewann, weist die Vorwürfe zurück. Die Oscar-Akademie hatte ihn wegen "sexuellen Fehlverhaltens" im Zuge der #MeToo-Debatte 2018 ausgeschlossen.

Der 86-jährige Polanski hatte 1977 in den USA Sex mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer. Ein Jahr später floh er aus den USA, wo ihm nach wie vor ein Prozess wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen droht.

cbu/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.