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Neuauflage des Kultfilms: "Ghostbusters", die nächste

Foto: AP/Columbia Pictures/Sony Pictures

Geister-Alarm "Ghostbusters"-Neuauflage darf nicht in China starten

Erst der Ärger wegen der weiblichen Besetzung, jetzt auch noch das: Zensoren haben den Kinostart von "Ghostbusters" in China untersagt. Grund: Der Film fördere den Aberglauben.

Es ist Blockbuster-Saison, und die Neuauflage des Achtzigerjahre-Kinohits "Ghostbusters" soll einer der großen Erfolge für Hollywood werden. Ein Gutteil des erhofften Einspielergebnisses können die Produzenten nun aber getrost abschreiben: Wie das Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtet, darf der Film in China nicht starten. 

Welche ausländischen Filme in China in die Kinos kommen, regelt dort nicht der freie Markt, sondern die staatliche Behörde China Film Co. Der Entscheidungsprozess ist undurchsichtig und oft widersprüchlich. Im Fall von "Ghostbusters" griffen die Beamten zu einer obskuren Richtlinie, die es Filmen verbietet, Kulte oder Aberglauben zu fördern.

Ob "Ghostbusters" tatsächlich wegen dieser Richtlinie zensiert wird, lässt sich nicht abschließend klären. Der "Hollywood Reporter" zitiert eine nicht namentlich genannte chinesische Quelle, die behauptet, der Film werde nicht zugelassen, weil er für das chinesische Publikum nicht attraktiv sei. Schließlich seien die ersten beiden Filme aus den Achtzigern dort unbekannt.

Auch "Independence Day" lief allerdings 1996 nicht in den chinesischen Kinos, und trotzdem wurde die Fortsetzung zugelassen. "Independence Day: Wiederkehr" floppte in den USA empfindlich, spielte in China aber über 100 Millionen Dollar ein. Das Beispiel zeigt, wie wichtig der chinesische Filmmarkt für Hollywood mittlerweile ist.

China wird die USA wahrscheinlich im nächsten Jahr überholen und zum größten globalen Filmmarkt werden. Hollywoodstudios fuhren dort auch 2016 wieder riesige Gewinne ein. Am erfolgreichsten waren bisher  Disney mit "Zoomania" (235 Millionen Dollar) und Legendary Entertainment mit "Warcraft: The Beginning" (221 Millionen Dollar).

Unwahrscheinlich also, dass die Nachricht die Bosse des Sony-Studios, das "Ghostbusters" verantwortet, ruhig schlafen lassen wird. Immerhin hatte man noch versucht, der Zensurbehörde entgegenzukommen. Das Wort "Ghost" wurde aus dem Titel gestrichen, der Film in "Super Power Dare Die Team" umbenannt.

In den USA hatten in den letzten Wochen selbst ernannte Hardcore-Fans für eine Kontroverse gesorgt. Sie hatten sich in Internetforen darüber mokiert, dass jetzt Frauen die Hauptrollen spielen. In Deutschland startet der Film am 4. August.

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