"Ghostbusters"-Star Regisseur Harold Ramis ist tot

Millionen Kinobesucher hat er zum Lachen gebracht, jetzt starb er mit 69 Jahren: Hollywood trauert um den Regisseur und Schauspieler Harold Ramis. Zu seinen größten Erfolgen zählen Filme wie "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Ghostbusters".
Harold Ramis 2009 in New York: "Groundhog Day" machte ihn zum Star

Harold Ramis 2009 in New York: "Groundhog Day" machte ihn zum Star

Foto: STEPHIN CHERNIN/ REUTERS

Hamburg - Es hatte immer wieder Spekulationen gegeben, nun ist es traurige Gewissheit: Einen dritten "Ghostbusters"-Film mit Harold Ramis wird es nicht mehr geben. Der Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Erfinder einiger der erfolgreichsten Komödien der Kinogeschichte ist tot. Ramis starb am Montag in seinem Haus bei Chicago an einer Immunschwäche, wie seine Frau der "Chicago Tribune" bestätigte. Ramis wurde 69 Jahre alt.

Angefangen hatte der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie als Witzredakteur für den "Playboy" und als Pfleger in einer Nervenheilanstalt. "Das hat mich gut darauf vorbereitet, mit den Schauspielern in Hollywood zu arbeiten", sagte er einmal.

Ramis' Karriere begann mit Drehbüchern. Aus einem seiner Skripte machte der gerade 28-Jährige John Landis ("Blues Brothers") 1978 den Film "Ich glaub', mich tritt ein Pferd". Die Studentenkomödie mit John Belushi war in Europa nur mäßig erfolgreich, in den USA wurde sie jedoch zum Kultfilm, dutzendfach in anderen Komödien zitiert.

Drei auf Geisterjagd: Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis (re.) 1984 in "Ghostbusters"

Drei auf Geisterjagd: Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis (re.) 1984 in "Ghostbusters"

Foto: AP/dpa

Drei Jahre später spielte er schließlich selbst mit: Im Kinofilm "Ich glaub', mich knutscht ein Elch". An seiner Seite ist Bill Murray und beide verband seitdem eine tiefe Freundschaft und eine kongeniale Partnerschaft. 1984 landeten die beiden zusammen mit Dan Aykroyd den großen Coup: "Ghostbusters". Die Komödie, für die Ramis das Drehbuch mitschreibt und in der er auch auftritt, spielt nicht nur 300 Millionen Dollar in die Kassen, sie wird auch ein Stück Kulturgeschichte der achtziger Jahre. "Ghostbusters II" ist fünf Jahre später fast ebenso erfolgreich, der lange geplante dritte Teil wurde allerdings bis zu Ramis' Tod nicht realisiert.

Kultfilme schienen die Spezialität des Chicagoers zu sein. "Und täglich grüßt das Murmeltier" war es fast vom Erscheinungstag an. Bill Murray erlebt den selben Tag immer wieder und hat so, bei allem Pech, die Chance, Andie MacDowell zu verführen. Der Filmtitel schafft es im englischen Original "Groundhog Day" sogar als Begriff in die Umgangssprache für nicht enden wollenden Frust.

Mit Robert De Niro und Billy Crystal drehte Ramis 1999 "Reine Nervensache". Die Geschichte um den Mafiaboss auf der Couch des Psychiaters wird zum Erfolg - und wieder zum Kultfilm. Der Nachfolger drei Jahre später ist aber ein Misserfolg. Die letzten Jahre wurde es stiller um Ramis, seit drei Jahren litt er an einer Immunschwäche. Probleme versuchte er stets mit Humor zu nehmen: "Für mich geht es immer um die Beziehung zwischen Komödie und Leben", sagte er einmal. "Das ist die Schnittstelle, auf der ich lebe, und das bewahrt mich vielleicht auch davor, die tragischen Seiten zu sehen."

mia/AP/dpa
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