Gibsons neuer Geschichtsfilm Die Passion der Mayas

Mel Gibson hat Details zu seinem neuen Filmprojekt "Apocalypto" verraten. Der Schauspieler und Regisseur beschäftigt sich nach der "Passion Christi" mit der antiken Kultur der Maya. Auch im mexikanischen Dschungel wird - wen wundert's - wieder viel Blut fließen.


Veracruz - Eine Rolle als Schauspieler wird Mel Gibson in seinem nächsten Kinofilm nicht spielen, aber er versteht es, sich noch vor Beginn der Dreharbeiten in Szene zu setzen. In Flanellhemd, Jeans und schwarz-weißem Zottelbart begrüßte er Journalisten in der mexikanischen Hafenstadt La Antigua, um erste Andeutung zu seinem aktuellen Regie-Projekt "Apocalypto" zu machen. An gleicher Stelle landete vor 500 Jahren der spanische Eroberer Hernán Cortés und startete von dort seinen Feldzug, der das Ende des Aztekenreichs bedeutete.

Regisseur Gibson: Mit Rauschebart zum neuen Filmprojekt
AP

Regisseur Gibson: Mit Rauschebart zum neuen Filmprojekt

Doch während Cortés die Kultur der Azteken überrollte, will Gibson mit seinem Film "Apocalypto" die antike Kultur der Maya wieder aufleben lassen. "Ich werde ein Action-Abenteuer mit mythischen Proportionen machen", erklärte der 49-Jährige. Die Entstehung des Mayareiches bis hin zu seinem Untergang vor etwa 600 Jahren soll an einer Familie erzählt werden, dessen Oberhaupt in eine schwierige Situation gerät. "Das griechische Wort 'Apocalypto' beinhaltet, dass eine neue Ordnung eine existierende ersetzt." Mehr wollte Gibson noch nicht zum Plot verraten. Vieles in der Geschichte sei dabei reine Fiktion. "Doch als ich mein Drehbuch mit Aufzeichnungen von Historikern und Archäologen verglich, zeigten sich viele Parallelen", so Gibson.

Mit größtenteils unbekannten mexikanischen Schauspielern wird der Regisseur sein Projekt verwirklichen. Wie schon in seinem letzten, stark umstrittenen Werk "Die Passion Christi" wird wohl auch in "Apocalypto" viel Blut fließen. Landschaftsaufnahmen verbunden mit actionreiche Szenen sollen im Vordergrund stehen, die wenigen Dialoge werden in der Mayasprache Yucateco gesprochen. "Ich hoffe, dass wir uns selbst analysieren können, wenn wir uns diese antike Kultur genauer ansehen", so Gibsons Erklärung für seine intensive Beschäftigung mit den Mayas.

Mit Reisen zu Stätten der Mayas in Mexiko und Guatemala hat Gibson sich auf den Drehbeginn vorbereitet. Der Hollywoodstar hat dabei offensichtlich eine starke Beziehung zu der Bevölkerung aufgebaut: Er kündigte an, eine Million Dollar für den Wiederaufbau der durch Hurrikans zerstörten Dörfer und Städte zu spenden. Die mexikanische Tourismusbranche setzt weitere Hoffnungen in den Mann mit den großen Kinovisionen. Mehreinnahmen in Höhe von 20 Millionen Dollar erhoffen sich Tourismusmanager, wenn Fans zu den Drehorten im mexikanischen Dschungel reisen und die Maya-Kultur durch den Streifen Weltruhm erlangt.

Gibson schrieb nicht nur das Drehbuch und führt Regie, er finanziert den Film auch vollständig. Es sei nicht so hoch wie jeder denkt, wiegelte Gibson Fragen zum Budget ab. Der Kinostart ist bereits für Sommer 2006 geplant.



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