Zwei Filmpreise für »Nomadland« Helena Zengel geht bei Golden-Globe-Verleihung leer aus

Bei den Golden Globes hat Jodie Foster den Preis als beste Nebendarstellerin bekommen – die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel wurde nicht ausgezeichnet. Die Regietrophäe ging zum zweiten Mal an eine Frau.
Helena Zengel beim Warten auf Bekanntgabe der Preisträger der Golden Globes

Helena Zengel beim Warten auf Bekanntgabe der Preisträger der Golden Globes

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Magdalena Höfner / dpa

Die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel ist bei der Verleihung der Golden Globes leer ausgegangen. In der Sparte »Beste Nebendarstellerin« gewann Jodie Foster für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller »The Mauritanian«. Das gab der Verband der Auslandspresse in Hollywood in der Nacht zum Montag bekannt.

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Das Roadmovie »Nomadland« von Regisseurin Chloé Zhao gewann den Golden Globe als bestes Filmdrama. Zhao holte auch die Regietrophäe, erst als zweite Frau in der Geschichte der Golden Globes.

Die deutsche Nachwuchshoffnung Zengel hatte die Preisvergabe in einer Live-Schalte aus Berlin mitverfolgt. Wegen der Corona-Pandemie lief die Show statt wie üblich im vollen Ballsaal in Beverly Hills weitgehend im Onlineformat ab. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Zeremonie von getrennten Bühnen in Kalifornien und New York aus. Die Preisträger wurden per Video zugeschaltet

In dem Western »Neues aus der Welt« spielte die Schülerin an der Seite von Oscar-Preisträger Tom Hanks ein verwaistes Mädchen, das von einem indigenen Volk großgezogen wurde. Unter der Regie von Paul Greengrass gab Zengel ihr englischsprachiges Debüt. Die Rolle brachte ihr in Hollywood viel Aufmerksamkeit ein. Der Jungstar hatte vor zwei Jahren mit dem deutschen Film »Systemsprenger« den ersten großen Erfolg.

Für die deutsche Serie »Unorthodox« gab es bei der Verleihung ebenfalls keinen Golden Globe. In der Kategorie beste Miniserie oder Fernsehfilm unterlag die von Maria Schrader inszenierte Serie dem Schachdrama »Das Damengambit«. Auch als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm verlor Shira Haas, die in »Unorthodox« eine ultraorthodoxe Jüdin spielt, gegen Anya Taylor-Joy aus »Damengambit«.

»Nomadland« wird bestes Filmdrama

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Satire »Borat Subsequent Moviefilm« mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der auch den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie erhielt. Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster »Borat«-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

US-Schauspielerin und Sängerin Andra Day, die in »The United States vs. Billie Holiday« die Jazz-Sängerin Billie Holiday verkörpert, wurde zur besten Drama-Darstellerin gekürt. In der Männerriege wurde Chadwick Boseman posthum für seine letzte Rolle in dem Jazz-Drama »Ma Rainey's Black Bottom« ausgezeichnet. Boseman war im vergangenen August im Alter von 43 Jahren an Krebs gestorben.

In der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film« gewann das Familiendrama »Minari« von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind koreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt. Mit »Minari«, hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen.

Daniel Kaluuya als bester Schauspieler ausgezeichnet

Der Golden Globe für die beste männliche Nebenrolle ging an Daniel Kaluuya. Der britische Schauspieler Kaluuya wurde für seine Rolle im Film »Judas and The Black Messiah« geehrt und setzte sich damit unter anderem gegen Filmgrößen wie Bill Murray und Sacha Baron Cohen durch.

Bei der virtuellen Entgegennahme des Preises würdigte Kaluuya den US-Bürgerrechtler und Black-Panther-Anführer Fred Hampton, den er in dem Film verkörpert. »Ich hoffe, die späteren Generationen können sehen, wie brillant er gekämpft hat, wie brillant er gesprochen hat, und wie brillant er geliebt hat«, sagte er.

Rosamund Pike erhielt den Golden Globe für ihre Darstellung einer Betrügerin in der Thriller-Satire »I Care a Lot«. In der Kategorie Komödie/Musical waren außer ihr unter anderem Maria Bakalova für ihre Rolle im Film »Borat Subsequent Moviefilm«, Michelle Pfeiffer für ihre Rolle in »French Exit« und Kate Hudson für ihre Rolle in »Music« nominiert gewesen.

Die Golden Globes gelten neben den Oscars und den Emmys als wichtigste Preise für Film und Fernsehen. Neben 14 Filmtrophäen werden elf Preise in Fernsehkategorien vergeben.

cop/dpa