Golden Globes Facebook-Film hat viele Freunde

Alles auf Zuckerberg: Der Film "The Social Network" über den Facebook-Gründer ist mit vier Preisen, darunter dem für das beste Drama, der große Sieger bei der Verleihung der Golden Globes. Als beste Komödie wurde "The Kids Are All Right" ausgezeichnet - die deutsche Konkurrenz ging leer aus.
Golden Globes: Facebook-Film hat viele Freunde

Golden Globes: Facebook-Film hat viele Freunde

Foto: REUTERS/ NBC

Beverly Hills/Hamburg - Die Golden Globes haben voll auf die Netzwerk-Karte gesetzt: Mit vier Trophäen war " The Social Network" der große Sieger bei der Verleihung der Golden Globes in der Nacht zum Montag. Das biografische Drama über die Entstehung des sozialen Netzwerks Facebook bestätigt damit seine Favoritenstellung auch für die Oscar-Verleihung.

Neben dem Preis für das beste Drama wurde "The Social Network" noch mit Awards für die beste Regie ( David Fincher), das beste Drehbuch (Aaron Sorkin) und die beste Filmmusik (Trent Reznor von der Band Nine Inch Nails und Atticus Ross) ausgezeichnet. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte zwar nicht mit den Machern des Films kooperiert, aber trotzdem dankten ihm "Social Network"-Produzent Scott Rudin und der Drehbuchautor Sorkin für die Einwilligung, "sein Leben und seine Arbeit als Metapher für Kommunikation und unsere Beziehung zueinander zu verwenden."

In der Kategorie "Beste Komödie/Musical" ging Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Film "The Tourist" ebenso leer aus wie sein deutscher Regiekollege Robert Schwentke, der mit "Red" (deutscher Verleihtitel "R.E.D. - Härter, älter, besser") unter den Nominierten war. Der Preis ging an die Lesben-Komödie " The Kids Are All Right" mit Annette Bening, die sich auch über einen Golden Globe als beste Schauspielerin freuen durfte. Bester männlicher Komödiendarsteller wurde Paul Giamatti in "Barney's Version".

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Golden Globes: Auf die Netzwerk-Karte gesetzt

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Im Drama-Fach wurden Natalie Portman für ihre Rolle als Balletttänzerin in "Black Swan" und Colin Firth für seine Darstellung des stotternden Königs George VI. in "The King's Speech" mit Preisen für die beste Schauspielerleistung ausgezeichnet. Es war nach sieben Nominierungen der einzige Preis für "The King's Speech". Die Preise für die beste Nebenrolle gingen beide an das Boxerdrama "The Fighter", für Christian Bale und Melissa Leo.

Anders als bei den Oscars werden auch Golden Globes für herausragende Fernsehleistungen verliehen. In diesem Bereich war die neuerdings auch in Deutschland ausgestrahlte Musicalserie "Glee" mit drei Preisen der Hauptsieger in der Komödie/Musical-Kategorie. Als bestes Fernsehdrama wurde die von Martin Scorsese mitproduzierte Serie "Boardwalk Empire" ausgezeichnet, deren Star Steve Buscemi auch einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller gewann. Mit Al Pacino und Claire Danes (für Auftritte in Mini-Serien) wurden weitere Hollywoodstars mit Fernsehpreisen beehrt.

Lästereien um Bestechungsvorwürfe

Die Golden Globe Awards gehören zu den begehrtesten Auszeichnungen für Kinofilme und Fernsehsendungen. In den USA sind sie der wichtigste Filmpreis nach den Oscars und der wichtigste Fernsehpreis nach den Emmys. Seit 1944 werden die Trophäen vom Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA) vergeben. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp hundert internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten, darunter auch Deutsche wie Elmar Biebl oder Frances Schoenberger.

Preise in Form einer goldenen Erdkugel werden in mittlerweile mehr als 20 Kategorien für Film und Fernsehen vergeben. Die Verleihungszeremonie findet traditionell im Rahmen eines Gala-Dinners statt, das als "fröhlichste Party Hollywoods" gilt.

Doch in diesem Jahr lag ein Schatten auf der Veranstaltung: Wenige Tage vor der Gala hatte ein ehemaliger Pressesprecher die HFPA verklagt. Michael Russell behauptet, er sei nicht mehr von der Auslandspresse-Vereinigung beschäftigt worden, weil er sich gegen Bestechungen der Jury ausgesprochen habe, berichtete das Branchenblatt "Hollywood Reporter".

Moderator Ricky Gervais ("The Office") ließ es sich nicht nehmen, auf diese Affäre einzugehen - und zwar ausgerechnet im Zusammenhang mit Donnersmarcks "The Tourist": Der britische Komiker lästerte über "lächerliche Gerüchte", dass "The Tourist" nur nominiert worden sei, damit die Auslandsjournalisten mit den Hauptdarstellern Angelina Jolie und Johnny Depp abhängen könnten. "Das ist Quatsch, das ist nicht der einzige Grund", fügte Gervais an: "Sie haben auch Bestechungsgelder angenommen."

Auch Robert De Niro, der den Cecil B. DeMille-Preis für sein Lebenswerk entgegennahm, war spöttisch aufgelegt. De Niro witzelte, die Preisverleiher hätten wohl seinen letzten Film noch nicht gesehen, als sie ihm die Ehre zudachten. Er ist derzeit mit der Komödie "Meine Frau, unsere Kinder und ich" in den Kinos. An die HFPA-Juroren gerichtet sagte De Niro spitz: "Das Wichtigste ist, dass wir in dieser Sache zusammenstehen; die Filmemacher, die die Filme machen und die Hollywood-Auslandspresse-Vereinigung, die im Gegenzug mit den Filmstars für Fotos posieren."

feb/dpa/AFP/Reuters
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