Philip Berk muss gehen Golden-Globes-Gastgeber feuern Vorstand wegen Black-Lives-Matter-Mail

Die Organisation, die die Golden Globe Awards ausrichtet, gerät durch Rassismusvorwürfe unter Druck. Ein langjähriger Vorstand muss gehen. Und ein frisch engagierter Diversity-Berater gibt schon wieder auf.
Rassismusvorwürfe: Philip Berk muss die Hollywood Foreign Press Association verlassen

Rassismusvorwürfe: Philip Berk muss die Hollywood Foreign Press Association verlassen

Foto:

Michael Tran / FilmMagic / Getty Images

Der ehemalige Vorsitzende der Organisation, die die Golden Globes verleiht, wurde aus dem Führungsgremium entfernt, nachdem er Black Lives Matter als »Hass-Bewegung« bezeichnet hatte. Der Vorstand der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) schrieb in einer Mitteilung am Dienstag, dass Phil Berk zukünftig kein Mitglied der Organisation sein wird. Einige Stunden zuvor hatte der Fernsehsender NBC, der die Preisverleihung überträgt, Berks Äußerungen kritisiert und zu seinem unverzüglichen Rauswurf aufgefordert.

Der in Südafrika geborene Berk war achtmal als Chef der HFPA wiedergewählt worden. Er gehörte der Organisation über 40 Jahre lang an.

Der 88-jährige Berk hatte am Sonntag eine E-Mail an die Mitglieder und Mitarbeiter der HFPA verschickt, in der er eine Mitgründerin der Black-Lives-Matter-Bewegung, Patrisse Cullors angegriffen hatte. Nach Angaben der »Los Angeles Times«  hatte Berk einen Artikel geteilt, in dem Black Lives Matter als »rassistische Hass-Bewegung« bezeichnet wurde und Cullors als jemanden, die sich selbst eine »ausgebildete Marxistin« nenne.

Erst im vergangenen Monat hatte die HFPA einen strategischen Berater für Fragen der Diversität ernannt. Shaun Harper legte nun sein Amt nieder. In seinem Rücktrittsschreiben beschreibt er seinen ursprünglichen Optimismus, als er der Organisation beitrat; er müsse aber nun seinen Rückzug erklären, nachdem er die »tiefen systematischen und den Ruf betreffenden Herausforderungen« kennengelernt habe, vor denen die HFPA stehe.

Harper, der an der Universität von Südkalifornien Professor für Race-, Gender- und LGBTQ-Themen ist, erklärte, er habe das Vertrauen in die Fähigkeiten zum Wandel verloren, der von der HFPA verlangt werde. Sein Engagement für den Kampf um Gleichheitsfragen machten es »unmöglich, weiter der HFPA als Berater zu dienen.«

Im Februar war scharfe Kritik an der Hollywood Foreign Press Association aufgekommen. Zu der Zeit war kein einziges der 87 Mitglieder der HFPA schwarz. Die Organisation hatte angekündigt, einen Plan zu entwickeln, der zur Aufnahme schwarzer Mitglieder führen solle.

Führende PR-Firmen Hollywoods hatten damit gedroht, ihren Stars zukünftig von der Teilnahme an Veranstaltungen der HFPA abzuraten – die bekannteste ist die jährliche Verleihung der Golden Globe Awards, die als zweitwichtigster Filmpreis nach den Oscars gelten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes haben wir Patrisse Cullors irrtümlich mit männlichen Artikeln bezeichnet. Sie ist eine Frau. Wir haben den Fehler korrigiert.

feb/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.