Golden-Globes-Nominierungen Ryan Gosling tanzt sich an die Spitze

Das Musical "La La Land" und das Drama "Moonlight" räumen die meisten Nominierungen für die Golden Globes ab - und "Toni Erdmann" ist natürlich auch nominiert.

Studiocanal

Jedes Jahr dieselbe Frage: Sind die Golden Globes ein guter Indikator für die Oscar-Verleihung, oder nicht? Hundertprozentig sicher ist sich keiner. Trotzdem waren auch in diesem Jahr die Erwartungen wieder groß. Jetzt hat der Verband der Auslandspresse (HFPA) die Nominierungen für die 74. Golden Globe Awards verkündet.

Die Kino-Nominierungen

Die Musical-Romanze "La La Land" führt dieses Jahr das Feld der Nominierten an. Insgesamt sieben Mal ist der Film nominiert, darunter sind die begehrten Kategorien "Beste Komödie", "Beste Hauptdarsteller in einer Komödie" (Ryan Gosling und Emma Stone) und "Beste Regie" (Damien Chazelle).

Gleich dahinter kommt "Moonlight", die Coming-of-Age-Geschichte eines verarmten schwarzen Jungen, mit insgesamt sechs Nominierungen. Darunter "Bestes Drama", "Beste Regie" (Barry Jenkins) und "Beste Nebendarsteller" (Mahershala Ali und Naomie Harris).

"Moonlight" gilt als großer Favorit in der Kategorie "Drama". Größter Konkurrent ist wohl "Manchester by the Sea" mit Casey Affleck in der Hauptrolle, der auch eine Chance auf den Preis als bester Schauspieler in einem Drama hat. Ansonsten nominiert für "Bestes Drama" sind: "Lion", "Hell or High Water" und Mel Gibsons neuer Film "Hacksaw Ridge".

Mit "Toni Erdmann" ist auch ein deutscher Film für den Golden Globe nominiert. Die schon vielfach prämierte Vater-Tochter-Geschichte von Regisseurin Maren Ade wurde in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" ausgewählt. Dort treten unter anderem auch die Auslandsfilme "Elle" (Frankreich), "Neruda" (Chile) und "The Salesman" (Iran) an.

Der letzte deutsche Film, der einen Golden Globe gewann, war 2010 "Das weiße Band" von Michael Haneke. "Toni Erdmann" ist diesmal auch der deutsche Oscar-Kandidat.

Eine Preisträgerin steht schon von Anfang an fest: Meryl Streep (67, "Florence Foster Jenkins", "Die Eiserne Lady") soll den Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk erhalten.

Die TV-Nominierungen

In den TV-Kategorien führt "The People v. O.J. Simpson: American Crime Story" das Feld mit fünf Nominierungen an. Dahinter kommt das AMC-Spionage-Drama "The Night Manager" mit vier Nominierungen.

Als beste Drama-Serien sind nominiert: "Game of Thrones", der Newcomer und diesjährige Überraschungshit "Westworld", die Netflix-Serien "The Crown" und "Stranger Things" sowie die Serie "This is Us". "Westworld" und "Stranger Things" können auch Preise für die beste Hauptdarstellerin in einem TV-Drama abräumen, nominiert sind Evan Rachel Wood beziehungsweise Winona Ryder.

In der Kategorie "Beste Comedy" streiten sich das lakonische "Atlanta", von und mit dem "schwarzen Nerd" Donald Glover, und "black-ish". Außerdem dabei: der letztjährige Gewinner "Mozart in in the Jungle", "Transparent", die Geschichte eines Politikprofessors, der lieber eine Frau sein will, und die Politik-Satire "Veep".

Ein Indikator für die Oscars

Preisverleihungen wie die Golden Globes werden gerne als trendbestimmend für die Oscar-Verleihung Ende Februar bezeichnet. So gewann 2016 Alejandro G. Iñárritu sowohl bei den Globes als auch bei den Oscars den Preis für die beste Regie ("The Revenant"). Ebenso gewannen Leonardo DiCaprio ("The Revenant") und Bree Larson ("The Room") jeweils Auszeichnungen für die beste Hauptrolle.

Die Preisverleihung der Critic's Choice Awards wurden dieses Jahr sogar von Januar auf Dezember vorverlegt, um den Globes zuvorzukommen und als erste Award-Show - noch vor der Bekanntgabe der Globe-Nominierungen - eine Vorhersage für die Oscars bieten zu können. Dort konnte sich "La La Land" mit insgesamt acht Preisen durchsetzen, darunter der für den besten Film. Als beste Serien wurden "Game of Thrones", "Silicon Valley" und "The People v. O.J. Simpson: American Crime Story" ausgezeichnet. Den Preis für den besten Schauspieler sicherte sich Casey Affleck ("Manchester by the Sea"), den für die beste Hauptdarstellerin gewann Natalie Portman ("Jackie").

Ob es bei den Golden Globes ähnlich ausgehen wird, entscheidet sich am 8. Januar im Rahmen der traditionellen Dinner-Gala. Moderieren wird sie der amerikanische Late-Night-Talker Jimmy Fallon.

gia/dpa/rtr



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