Schmähpreis Goldene Himbeere Das sind die schlechtesten Filme des Jahres

Vor den Oscars werden traditionell die miesesten Werke gekürt. Wen hat es in diesem Jahr erwischt?
Musikerin Sia legte mit ihrem Regiedebüt »Music« in den Augen der »Razzie«-Jury eine Bruchlandung hin

Musikerin Sia legte mit ihrem Regiedebüt »Music« in den Augen der »Razzie«-Jury eine Bruchlandung hin

Foto: NBC / Getty Images

Am Vortag der Oscargala ist zum 41. Mal Hollywoods Spottpreis Goldene Himbeere verliehen worden. Erstmals durften dabei in diesem Jahr auch Filme von Streamingdiensten nominiert werden.

Gleich drei Goldene Himbeeren oder »Razzies« räumte das Musical-Drama »Music« ab, wie die Verleiher der nicht ganz ernst zu nehmenden Preise am Samstag in einer Videobotschaft bekannt gaben. Das Regiedebüt von Sängerin Sia brachte der Australierin die Trophäe als schlechteste Regisseurin ein. Zudem gab es Schmähpreise für Kate Hudson als Hauptdarstellerin und Maddie Ziegler in der Nebenrolle eines jungen autistischen Mädchens. Der Film mit poppigen Tanz- und Musikeinlagen war für seinen Umgang mit Autismus kritisiert worden.

Zwei »Razzies« gingen an die mit Verschwörungstheorien und unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen gespickte Doku »Absolute Proof« des US-Geschäftsmanns Mike Lindell. Der Unterstützer von Ex-Präsident Donald Trump holte die Trophäen als miesester Darsteller und für den schlechtesten Film. Auch Trump-Anwalt Rudy Giuliani räumte gleich doppelt ab, für seinen ungewollten Auftritt in der Fortsetzung der satirischen Mockumentary »Borat«, in der er von Darsteller Sacha Baron Cohen reingelegt worden war: Giuliani, 76, war dort in kompromittierender Lage mit einer ihm als minderjährig vorgestellten Mitarbeiterin Cohens in seinem Hotelzimmer gefilmt worden, mit der Hand in seiner Hose. Der Auftritt kostete ihn nicht den Job, brachte ihm nun aber den Spottpreis als Nebendarsteller und für die schlechteste Leinwand-Combo (Giuliani und sein Hosenreißverschluss) ein.

Fast schon freuen durften sich die Macher des umstrittenen Films »365 Tage« aus Polen: Der übergriffige Softporno war unter anderem wegen der Verherrlichung von Vergewaltigung in sechs Kategorien nominiert worden, wurde am Ende aber nur für das schlechteste Drehbuch abgestraft.

Steht im Saft: Trump-Anwalt Rudy Giuliani im November 2020

Steht im Saft: Trump-Anwalt Rudy Giuliani im November 2020

Foto: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/Shutterstock

Wegen der Coronakrise gab es bei der 41. Spottpreisverleihung zudem eine Sondertrophäe für 2020 als »Schlimmstes Kalenderjahr aller Zeiten«.

Diese Filme und Darsteller wurden alle »ausgezeichnet«:

  • Schlechtester Film: »Absolute Proof«

  • Schlechteste Neuverfilmung oder Fortsetzung: »Die fantastische Reise des Dr. Dolittle«

  • Schlechteste Regie: Sia (»Music«)

  • Schlechtestes Drehbuch: Tomasz Klimala (»365 Tage«)

  • Schlechtester Schauspieler: Mike Lindell (»Absolute Proof«)

  • Schlechteste Schauspielerin: Kate Hudson (»Music«)

  • Schlechtester Nebendarsteller: Rudy Giuliani (»Borat Anschluss Moviefilm«)

  • Schlechteste Nebendarstellerin: Maddie Ziegler (»Music«)

  • Schlechtestes Leinwandpaar: Rudy Giuliani und der Reißverschluss seiner Hose (»Borat Anschluss Moviefilm«)

  • Schlimmstes Kalenderjahr aller Zeiten (Sonderpreis): 2020

Die »Razzies« waren von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscarverleihung ins Leben gerufen worden. Knapp 1100 Jurymitglieder aus den USA und zwei Dutzend weiteren Ländern gaben nach Angaben der Ausrichter ihre Stimme ab.

sem/dpa
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