Hauptpreis für türkischen Film Berlinale vergoldet Honig

Der wichtigste deutsche Filmpreis geht in die Türkei: Die Jury hat den Film "Honig" von Regisseur Kaplanoglu mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Roman Polanski erhielt in Abwesenheit einen Silbernen Bären - dafür sorgten andere Stars für Hollywood-Feeling in Berlin.


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Berlinale 2010: Wo Honig zu Gold wird
Berlin - Der Goldene Bär der 60. Berlinale ist an den türkischen Film "Honig" vergeben worden. Das teilte die Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin am Samstagabend mit. Regisseur Semih Kaplanoglu erzählt in "Honig" von einer Kindheit im ländlichen Anatolien. Nach 46 Jahren gewann damit erstmals wieder ein Film aus der Türkei einen Goldenen Bären.

Mit dem Silbernen Bären für die beste Regie wurde der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Roman Polanski für seinen Politthriller "Der Ghostwriter" ausgezeichnet, wie die Jury unter Vorsitz von Werner Herzog bekanntgab. Auch seine Hauptdarsteller Pierce Brosnan und Ewan McGregor waren der Gala fern geblieben.

Stattdessen nahmen die Produzenten den Preis entgegen und richteten eine Botschaft von Polanski aus: "Selbst wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Denn als ich das letzte Mal zu einem Festival gekommen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, bin ich im Gefängnis gelandet." Polanski droht in den USA ein Prozess wegen Vergewaltigung.

Den Großen Preis der Jury erhielt der Rumäne Florin Serban für das Jugenddrama "Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich". Er heimste zudem den Alfred-Bauer-Preis für den innovativsten Film ein.

Darstellerpreise für Japan und Russland - Deutschland geht leer aus

Silberne Bären für die besten Darsteller gingen an Shinobu Terajima in "Caterpillar" (Japan) sowie zu gleichen Teilen an Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis in "How I Ended This Summer" aus Russland.

Das beste Drehbuch schrieben nach Ansicht der Jury die Chinesen Wang Qu'an und Na Jin für "Apart Together". Er widmete seinen Film, in dem es um eine Liebesgeschichte und die Teilung von China und Taiwan geht, der Stadt Berlin.

Einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung erhielt der russische Kameramann Pavel Kostomarov für "How I Ended This Summer" von Alexei Popogrebsky.

Die mit drei Filmen im Wettbewerb vertretenen Deutschen gingen bei den Hauptpreisen leer aus. "Shahada" des Deutsch-Afghanen Burhan Qurbani bekam immerhin den Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Zum Berlinale-Jubiläum wurden in diesem Jahr zwei Ehrenbären vergeben. Aus Anlass der deutschen Wiedervereinigung gingen sie an zwei Künstler aus dem Westen und Osten: an die Schauspielerin Hanna Schygulla und den Drehbuchautor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase.

Die Türkei hatte zuletzt im Jahr 1964 mit dem Melodram "Trockener Sommer" von Ismail Metin den Goldenen Bären gewonnen. 2004 holte der Deutsch-Türke Fatih Akin mit der deutschen Produktion "Gegen die Wand" den Hauptpreis.

Der Film "Honig" ist nach "Milch" und "Ei" der Abschluss einer autobiografisch geprägten Trilogie über Yusuf als kleinen Jungen, Studenten und alten Mann. In dem ganz ohne Musik gedrehten "Honig", deren achtjähriger Darsteller Bora Altas als heimlicher Star der zehntägigen Filmschau gefeiert wurde, spielt die Natur eine der Hauptrollen. Traumwandlerisch schöne, ruhige Bilder zeigen den Kosmos des Kindes, seine Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste.

Mehr Berlinale-Besucher als je zuvor

Zur siebenköpfigen Jury unter Vorsitz von Regisseur Werner Herzog gehörten auch Hollywoodstar Renée Zellweger und die deutsche Schauspielerin Cornelia Froboess. "Die Jury war klasse", sagte Herzog kurz vor der Verleihung. "Wir haben relativ schnell ein Ergebnis gehabt, bestimmt schneller als jede andere vor uns." 20 Filme aus aller Welt waren in der offiziellen Bären-Konkurrenz.

Die am 11. Februar gestartete Jubiläumsberlinale geht am Sonntag mit einem Publikumstag zu Ende. Das Festival hat in seinem 60. Jahr mehr Filmbesucher angezogen als je zuvor. "Rund 300.000 Karten wurden verkauft - so viel, wie nie", sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. "Danke, Publikum!"



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saul7 21.02.2010
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Zitat von sysopDer wichtigste deutsche Filmpreis geht in die Türkei: Die Jury hat den Film "Honig" von Regisseur Kaplanoglu mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Roman Polanski erhielt in Abwesenheit einen Silberen Bären - dafür sorgten andere Stars für Hollywood-Feeling in Berlin. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,679295,00.html
Wie man hört, handelt es sich bei dem türkischen Beitrag um einen Film, der nicht mit Musik unterlegt ist und sehr schöne Naturaufnahmen zeigt. Das ist doch eine interessante Alternative zu herkömmlichen Filmen!!
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