Hollywood Eine neue Chance für Superman

Superhelden sterben nie, schon gar nicht im Kino: Nachdem Tim Burton aus dem Rennen ist, soll sich nun "Charlie's Angels"-Regisseur McG an eine Neuverfilmung der Superman-Saga wagen.


Brachliegendes Kino-Franchise: Superman-Saga (Logo)
GMS

Brachliegendes Kino-Franchise: Superman-Saga (Logo)

Er heißt eigentlich Joseph McGinty Nichol, drehte früher Musikvideos und brachte vor zwei Jahren mit seiner Kinoversion der TV-Serie "Charlie's Angels" eines der wenigen gelungenen Remakes auf die Leinwand. Der Mann, der seinen Namen mit McG abkürzt, hat offenbar ein Händchen für stilvoll-charmante Actionfilme.

Grund genug für Warner, ihm einen schwierigen Job anzutragen: die seit nunmehr 15 Jahren brach liegende Superman-Saga, deren Rechte sich im Besitz des Hollywood-Riesen befinden. Unvergessen sind die vier mehr oder minder erfolgreichen Episoden um den stählernen Comichelden, der damals von Christopher Reeve verkörpert wurde. Doch seit "Superman IV" (1987) von der Kritik verrissen und vom Publikum zu Recht missachtet wurde, liegt die lukrative Franchise bei Warner auf Eis.

Nur dem Fernsehen gelang es zwischenzeitlich, den Stoff noch einmal erfolgreich umzusetzen. Dabei hatte ebenfalls Warner seine Finger im Spiel. Zwischen 1993 und 1997 flimmerten insgesamt 87 Folgen der Serie "Lois and Clark" über die Bildschirme. Nach der vierten Staffel wurde das Neuzeit-Märchen mit Dean Cain und Teri Hatcher abgesetzt. Nicht, dass sich niemand um eine Wiederbelebung Supermans auf der Kino-Leinwand gekümmert hätte: In den vergangenen Jahren wurden für rund 140 Millionen Dollar mindestens drei Drehbücher in Auftrag gegeben, eines davon stammt sogar von dem Comic-Zeichner und Independent-Filmer Kevin Smith ("Dogma"). Regisseur Tim Burton ("Batman", "Planet der Affen") befand sich 1998 sogar in der Pre-Production für ein Sequel namens "Superman Lives" mit Nicolas Cage in der Rolle des Stählernen vom Planeten Krypton. Doch die Produktion wurde aus finanziellen und künstlerischen Gründen gestoppt.

Fast ein Superman: Darsteller Cage
AP

Fast ein Superman: Darsteller Cage

Nun soll sich also das neue Hollywood-Wunderkind McG an Superman versuchen, ein neues Skript (von TV-Autor J.J. Abrams) liegt bereits vor. Doch die Superhelden-Sage funktioniert nur mit dem richtigen Hauptdarsteller. Nicolas Cage ("Face/Off") wäre zwar goldrichtig, hat aber sicherlich keine Lust auf ein weiteres Super-Debakel. Aber noch ist ohnehin viel Zeit, denn McG muss im Frühjahr erst mal einen anderen Film auf die Beine stellen: "Charlie's Angels 2". Danach wird man sehen, ob Warner ihn überhaupt noch will...



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