Hollywood-Studie Anzahl weiblicher Hauptrollen wächst

2016 spielten in Filmen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie mehr Frauen die Hauptrolle als jemals zuvor. Gleichzeitig nahm die Zahl von Frauen in Jobs hinter der Kamera allerdings ab.

Natalie Portman in "Jackie"
Tobis

Natalie Portman in "Jackie"


"Arrival", "Rogue One: A Star Wars Story", "Bad Moms" , "Ghostbusters": 2016 gab es einige Blockbuster, in denen eine oder mehrere Frauen die Hauptrollen spielten. Tatsächlich nahmen Frauen im vergangenen Jahr in 37 Prozent der Filme aus der US-Filmindustrie eine Hauptrolle ein. Ein Anstieg um drei Prozent und historischer Höchststand, wie das Center for the Study of Women in Television and Film in einer Studie herausfand.

Fasst man Haupt- und Nebenrollen zusammen, stieg der Anteil weiblicher Protagonisten sogar noch stärker an, um 7 auf 29 Prozent. Untersucht wurden 2595 Charaktere in den 100 Filmen mit dem stärksten Einspielergebnis in den USA. Der historische Vergleich bezieht sich auf den Zeitraum von 2002 bis heute.

Im Umkehrschluss bedeutet das Ergebnis allerdings, dass Zuschauer 2016 noch immer mehr als doppelt so viele Männer auf der Leinwand sahen. Zumal die Rollen mit Dialog für Frauen im Vergleich zu 2015 um einen Punkt auf 32 Prozent sank.

Martha Mauzen, die Autorin der Studie, betont im Gespräch mit dem britischen "Guardian": "Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gesehen, dass Frauen an den Kinokassen für guten Umsatz sorgen - wenn die Filme überzeugen."

Zu den größten Gewinnern des vergangenen Jahres mit weiblichen Hauptrollen zählte die Komödie "Bad Moms", die mit einem Budget von 20 Millionen Dollar weltweit 179 Millionen Dollar einspielte. Ähnlich erfolgreich war das Oscar-nominierte Nasa-Drama"Hidden Figures" mit global 165 Millionen Dollar Umsatz.

"Möglicherweise sehen wir in dem Studienergebnis nur einen Ausreißer, der sich in Zukunft nicht wiederholen wird", dämpft Mauzen zu große Erwartungen. "Möglich ist auch, dass sich Studios leichter damit tun, Frauen als Schauspielerinnen zu engagieren denn als Regisseurinnen und Autorinnen."

In einer anderen Studie fand das Center for the Study of Women in Television and Film nämlich heraus, dass in der amerikanischen Filmindustrie nur 17 Prozent der Regisseure, Drehbuchautoren, Produzenten, Kameraleute und Editoren Frauen sind. Die Zahl liegt gleich auf mit der von 1998 und bedeutet im Vergleich zu 2015 sogar einen Rückgang um zwei Prozent.

Bleibt nur die Hoffnung auf weiterhin gute und erfolgreiche Filme mit starken weiblichen Rollen. Immerhin sind für 2017 einige solche Blockbuster angekündigt: "Wonder Woman", "Die Schöne und das Biest", "Alien: Covenant" und "Star Wars: Die letzten Jedi".

kae

zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.