Hollywood Walk of Fame Ein Stern für Renée Zellweger

Sie war der Pannen-Single in "Bridget Jones", das verruchte Show-Girl in "Chicago" und die patente Western-Braut in "Cold Mountain": Renée Zellweger gehört zu den vielseitigsten Darstellerinnen der Traumfabrik. Jetzt wurde der Star mit einem Stern geehrt - standesgemäß auf dem Hollywood Walk of Fame.


Stern-gekürte Zellweger: "Fest die Daumen gedrückt"
AFP

Stern-gekürte Zellweger: "Fest die Daumen gedrückt"

Los Angeles - An ihre erste Stippvisite in Hollywood erinnert sie sich noch gut, auch wenn sie über zehn Jahre her ist. Damals sei sie als Touristin in die Glitzerstadt gekommen und habe allein zwei Filme am Walk of Fame verschossen. "Ich war so aufgeregt und habe mir ganz fest die Daumen gedrückt, dass ich vielleicht eines Tages selber ein bisschen an diesem Medium teilhaben kann, das ich so sehr liebe", zitiert AP die 36-Jährige.

Heute ist die in Katy, Texas, geborene Schauspielerin nicht nur ein Rädchen der amerikanischen Filmindustrie, sondern einer ihrer größten Stars. Spätestens seit dem immensen Erfolg der "Bridget Jones"-Komödien gehört Zellweger zu ersten Liga amerikanischer Darstellerinnen. Für ihre Rolle des patenten Cowgirls im Bürgerkriegsdrama "Cold Mountain" (2003) erhielt sie alle wichtigen Preise - vom Golden Globe bis zum Oscar als beste Nebendarstellerin.

"Dass ich eines Tages Teil dieses großen Erbes sein würde, das hätte ich mir nie träumen lassen", sagte Zellweger sichtlich gerührt bei der Ehrung und kaute verlegen an den Fingernägeln, während Regisseur Ron Howard ("A Beautiful Mind") die Laudatio hielt. Zellwegers Karriere begann klassisch mit kleineren Rollen am Theater und in Werbespots, bis sie 1993 im Pubertätsdrama "Dazed and Confused" von Richard Linklater ihr Leinwanddebüt gab.

"Cold Mountain"-Star Zellweger: Even Cowgirls get the Oscar
REUTERS

"Cold Mountain"-Star Zellweger: Even Cowgirls get the Oscar

Mit ihrer Rolle als Lehrerin in "The Whole Wide World" begeisterte sie 1996 nicht nur das Publikum des Sundance-Festivals, sondern auch Regisseur Cameron Crowe. Der gab ihr vor Stars wie Winona Ryder und Bridget Fonda den Vorrang und verpflichtete sie als Filmpartnerin für Tom Cruise in der romantischen Komödie "Jerry Maguire". Hier sagt Zellweger zu Cruise den berühmten Satz "You had me at hello", der ihr Image als herzig verschrobene Romantikerin begründete.

Der internationale Durchbruch gelang ihr schließlich mit "Nurse Betty". Die von Neil LaBute inszenierte Kriminalfarce zeigte Zellweger als Kellnerin, die Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden kann und den Star einer TV-Serie zur Verzweiflung treibt. Der Film hatte 2000 in Cannes Premiere und bescherte Zellweger ihren ersten Golden Globe. Mit "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (2001) wurde sie endgültig zum romantischen Superstar, der Kritiker zu weitreichenden Vergleichen verführte (die "Welt" fühlte sich gar "an das weiche, leicht melancholische Timbre der Monroe" erinnert).

Romantik bestimmte auch zuletzt die Schlagzeilen: Zellweger heiratete am 9. Mai dieses Jahres den Country-Star Kenny Chesney.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.