Hommage Kirk Douglas mit Goldenem Bären geehrt

Der US-Schauspieler Kirk Douglas ist auf der Berlinale mit einem Goldenen Bären für sein Lebenswerk geehrt worden. Der 84-Jährige zeigte sich tief bewegt.


Gerührt: Kirk Douglas mit Bären-Trophäe
REUTERS

Gerührt: Kirk Douglas mit Bären-Trophäe

Berlin - Die Auszeichnung wurde ihm bei einer Galavorstellung seines Antikriegs-Films "Wege zum Ruhm" von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1957 im Berlinale-Palast überreicht. Douglas erlangte mit Filmen wie "Spartacus" und "Vincent van Gogh" Weltruhm.

Zuvor hatte sich der 84-jährige Darsteller, Vater des Schauspielers Michael Douglas, im Berliner Rathaus in das Gästebuch der Stadt eingetragen. Douglas musste schon vor dem Rathaus zahlreichen Fans die Hände schütteln. Auf der Friedrichstraße ließ er sein Auto anhalten, um Passanten Autogramme geben zu können.

Im Rathaus zeigte er sich sehr gerührt und sagte als ersten Satz in Deutsch: "Ich habe hier auf Deutsch ein neues Wort gelernt: 'Schlaganfall'." Der Schauspieler hat seit seinem Schlaganfall Sprachprobleme. Es sei für ihn besonders bewegend, in Berlin zu sein, wenn ein neues Jahrtausend beginnt, meinte Douglas. "Meine Generation musste für den Frieden kämpfen. Wir haben immer daran gedacht, eine friedliche Welt für unsere Kinder aufzubauen."

Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) würdigte den Schauspieler als Filmlegende aus zahllosen, unvergessenen Hollywood- Filmen. Der Star habe sich zeitlebens einen kritischen Blick für Ungerechtigkeit und Unfreiheit bewahrt und Partei für die Schwächeren in der Gesellschaft ergriffen.

Den Berlinern sei Douglas seit fünfzig Jahren ein Begriff, als Filme wie Billy Wilders "Reporter des Satans" in die Kinos kamen, sagte Diepgen. Mit seinem eindringlichen Film "Paths of Glory" ("Wege zum Ruhm") über fragwürdigen Opfermut und den Schrecken des Ersten Weltkriegs habe Douglas Filmgeschichte geschrieben.

Zuvor waren Douglas und seine Ehefrau Anne auch schon von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) und vom US- Geschäftsträger in Berlin, Terry Snell, empfangen worden.

Der US-Amerikaner wirkte in über 80 Filmen mit. Den Durchbruch schaffte er 1949 mit der Rolle eines Boxers in "Champion". Fortan spezialisierte er sich auf die Verkörperung gebrochener Charaktere, in Kriminalfilmen ebenso wie in Western oder gesellschaftskritischen Filmen.

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