Medienbericht Wird Lashana Lynch die neue 007-Agentin?

Daniel Craig könnte Konkurrenz bekommen: Schauspielerin Lashana Lynch soll offenbar im neuen "James Bond" als Agentin 007 auftreten - aber nur in diesem Film. Das will die "Daily Mail" von einem Insider erfahren haben.

Schauspielerin Lashana Lynch
Leo Hudson/AP

Schauspielerin Lashana Lynch


Seit bekannt wurde, dass Schauspieler Daniel Craig seine Rolle als Agent James Bond aufgeben könnte, brodelt die Gerüchteküche darüber, wer ihm nachfolgen soll. Einige hofften auf eine Frau - die Schauspielerin Gillian Anderson etwa brachte sich gleich selbst ins Rennen um die Rolle als 007, gleichzeitig lehnten die Produzenten zuletzt aber eine Agentin ab. Andere hofften auf den ersten schwarzen 007, der Schauspieler Idris Elba etwa wurde immer wieder darauf angesprochen. Jetzt berichtet die britische "Daily Mail" unter Bezug auf eine nicht benannte Quelle, dass beide Hoffnungen erfüllt würden: Die Schauspielerin Lashana Lynch solle demnach die neue 007 spielen - allerdings erst mal nur im neuen, 25. Film der Reihe. Die Produzenten äußerten sich zu diesem Bericht zunächst nicht.

In dem Film, der gerade in Italien und Großbritannien gedreht wird, solle Lynch als neue Agentin auftauchen. "Bond ist immer noch Bond, aber er wurde von dieser atemberaubenden Frau als 007 ersetzt", habe ein Insider der britischen Zeitung mitgeteilt. Vieles ist allerdings auch noch unklar. Die Quelle berichtet, dass sich Craig offenbar als Bond aus dem MI6 zurückgezogen habe und Lynch dort in seine Fußstapfen trete. Als Bond von M (Ralph Fiennes) in den Dienst zurückgeholt werde, treffe er dort auf seine Nachfolgerin.

Und wie geht es weiter? Bond sei natürlich interessiert an der neuen 007, so die "Daily Mail". Doch seine machohaften Versuche, sich ihr anzunähern, ließe sie angeblich abblitzen. Sie beantworte alles, was von Bond komme, bloß mit Augenrollen - "zumindest vorerst".

Das Drehbuch dieser Szenen stammt von Autorin Phoebe Waller-Bridge, die schon die von der Kritik gelobten Comedy-Formate "Fleabag" und "Killing Eve" schrieb - jeweils mit komplexen Frauencharakteren als Hauptfiguren. Sie sei gefragt worden, ob "Bond" heute überhaupt noch relevant sei, berichtet die "Daily Mail". "Ich denke, er ist absolut relevant und muss sich nur verändern. Das Wichtigste ist, dass der Film Frauen gut behandelt", sagte Waller-Bridge.

Außerdem habe man "James Bond" nach der #Metoo-Debatte weiter der Gegenwart angepasst: Wie die Quelle verriet, spräche man offenbar auch nicht mehr von "Bond-Girls". Alle am Dreh Beteiligten habe man angewiesen, von nun an "Bond-Frauen" zu sagen.

Zuletzt war spekuliert worden, dass Schauspieler Christoph Waltz als Bösewicht Blofeld auf die Leinwand zurückkehren könnte, der im letzten Bond-Film "Spectre" (2015) ins Gefängnis wanderte. Bestätigt ist mittlerweile, dass "Bohemian Rhapsody"-Star Rami Malek den Gegenspieler von 007 geben soll. "Bond 25" soll im April 2020 in die Kinos kommen.

evh



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Newspeak 16.07.2019
1. ...
"Ich denke, er ist absolut relevant und muss sich nur verändern. Das Wichtigste ist, dass der Film Frauen gut behandelt", sagte Waller-Bridge. Das Wichtigste bei einem Bond Film ist, dass Bond Boesewichte schlecht behandelt. Ansonsten sehe ich in dem Ansinnen die Rolle von Bond durch eine Frau besetzen zu lassen, auch nur eine Art der kulturellen Aneignung, die von denselben Leuten, die mehr Diversitaet fordern, in anderen Kontexten abgelehnt wird. Man kann froh sein, dass Ian Fleming seine Buecher nicht heute schreiben muss, er koennte sie nirgends veroeffentlichen, nicht nur aufgrund des Frauenbildes, sondern auch aufgrund von Rassismus und anderen Chauvinismen.
vox veritas 16.07.2019
2.
Das ist so unglaublich komisch und hat den ähnlichen Wert, wie die Nachricht, daß Nicole Kidman bei den nächsten Marvel Avengers Filmen den Black Panther spielt.
polza_mancini 16.07.2019
3. Oh Mann,
Zitat: "Alle am Dreh Beteiligten habe man angewiesen, von nun an "Bond-Frauen" zu sagen." Und man sei nicht im Krieg mit Ozeanien, sondern Eurasien. Ozeanien sei ein Verbündeter...im Ernst: wenn das nächste Bondx nicht mindestens ein schwarzer, einbeiniger, veganer Transgender ist, dann bin ich total entsetzt!!
großwolke 16.07.2019
4. Ich bin da nicht so sicher
Die Wirkung eines Charakters wie James Bond kommt aus seinem Auftritt als Projektionsfläche und Männlichkeits-Ideal. Das nächste dran an Bond war in letzter Zeit wohl Robert Downey-Jr.'s "Ironman": schlagfertig, erfolgreich, ein Macho mit Schlag bei Frauen. Es hat seine Gründe, dass solche Charaktere beim Publikum gut funktionieren, und metoo ändert daran weniger, als es das Medienecho glauben lässt. Wenn man jetzt einen nachvollziehbaren Story-Kniff findet, das Franchise mit einem neuen, weiblichen Charakter zu besetzen ist das nur sinnvoll, wenn der Charakter ähnlich angelegt ist. Jemand, der rüberkommt wie z.B. Emily Blunt in Edge of Tomorrow oder Evangeline Lilly in den Antman-Filmen. Ob Lashana Lynch der richtige Typ dafür ist? Ich habe so meine Zweifel.
c.PAF 16.07.2019
5.
Mit D. Craig war Bond für mich beendet. Er halt nahezu alles über Bord geworfen, was einen guten Bond ausmachet. Daher ist es unerheblich, ober der nächste Bond eine schwarze Frau oder ein Marsianer ist. Wenn man die "Bond" mit D.C. jedoch als reinen Agentenfilm sieht, haben sie mir gefallen. Aber ein Bond war er niemals.
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