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15. Dezember 2014, 17:41 Uhr

Neuer 007-Film "Spectre"

Hacker leaken James-Bond-Drehbuch

Der Spion, der mich leakte: Nach dem Sony-Hack kursiert eine Drehbuch-Version des neuen James-Bond-Films "Spectre" im Internet. Mit einem Teil des Skripts sind die Autoren angeblich selbst nicht zufrieden.

Hamburg - Hacker greifen ein großes Unternehmen an und veröffentlichen pikante Details im Netz, später bekennt sich eine Nordkorea-nahe Gruppe zu dem Angriff. Das, was Sony Pictures in den vergangenen Wochen passiert ist, klingt selbst ein bisschen nach dem Plot eines Agententhrillers.

Da passt es fast zu gut, dass nach Angriffen auf E-Mail-Konten von Mitarbeitern jetzt noch eine Drehbuchversion des neuen James-Bond-Films "Spectre" im Netz kursiert, Anmerkungen von Autoren inklusive.

Ob es sich bei den folgenden Details tatsächlich um den endgültigen Plot des Films "Spectre" handelt, ist nicht gesichert. Wer James-Bond-Filme aber tatsächlich wegen der Handlung schaut, sollte an dieser Stelle trotzdem nicht weiterlesen.

Die US-amerikanische Plattform Gawker, der die geleakten Dokumente nach eigenen Angaben vorliegen, fasst inhaltliche Details aus der Drehbuch-Version zusammen:

Ähnlich wie im Vorgänger "Skyfall" soll demnach Bond (gespielt von Daniel Craig) zu Beginn des Films zwangspensioniert werden, flieht dann aber durch Europa, um eine Mission zu erfüllen, die ihm seine Chefin (im letzten Film von Judi Dench gespielt) postum hinterließ.

Fast seine Tochter

Später verführt Bond die Frau eines Mannes, den er einst tötete. Das Besondere: Sie wird gespielt von Monica Bellucci, die mit 50 Jahren das älteste Bond-Girl bislang ist. Obwohl sie zum 46-jährigen Daniel Craig altersmäßig eigentlich ganz gut passt, findet Bond erotisch doch zu seinen Wurzeln zurück, wie Gawker weiß: Er bändelt mit einer Frau an, die fast seine Tochter sein könnte.

Bond trifft in Österreich auf die Tochter von Mr. White, einem der Bösewichte aus "Casino Royale" - gespielt von der 29-jährigen Französin Léa Seydoux. Nachdem die beiden gemeinsam nach Marokko gefahren sind, töten sie in der Wüste seinen Handlanger Mr. Hinx (gespielt von Dave Bautista).

Laut Gawker sei aus den vorliegenden Mails hervorgegangen, dass die Produzenten und Autoren besonders unzufrieden mit dem letzten Drittel des Drehbuchs waren, das auch Gawker selbst unterm Strich als "langweilig" bezeichnet: Hier taucht Bonds Gegenspieler auf, besetzt mit Christoph Waltz.

Ein laut Gawker "mysteriöser Mann" mit dem Namen Heinrich Stockmann, der auch unter dem Decknamen Franz Oberhauser auftritt. Beim gemeinsamen Abendessen verrät er Bond, sein älterer Pflegebruder zu sein und zudem auch der Kopf der terroristischen Organisation Spectre. Ein interessantes Detail: Der Name Blofeld sei laut Gawker im Skript selbst nicht gefallen. Medien und Insider hatten vorher spekuliert, dass Waltz den legendären Bond-Bösewicht mit Glatze und Schoßkatze spielen würde, der in vorherigen Filmen als Kopf der kriminellen Organisation "Spectre" auftrat.

Sony selbst hatte nur sehr zögerlich Informationen zu dem neuen Film herausgegeben und die Hauptbesetzung außer Daniel Craig erst vor zwei Wochen präsentiert.

In einer Stellungnahme auf der 007-Website erklärte die Produktionsgesellschaft Eon Productions, dass man sich gegen jeden juristisch wehren werde, der sich eine Kopie des Drehbuchs verschaffe. Es handle sich um eine "frühe Version." Laut Gawker könne man den Mails entnehmen, dass das Skript mindestens bis November stark verändert worden sei.

Anfang Dezember war Drehbeginn für "Spectre". Der 24. offizielle Film der Agentenreihe soll im Oktober 2015 in den Kinos anlaufen.

eth/dpa

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