1955 verstorbener Schauspieler James Dean soll Rolle in neuem Vietnam-Film übernehmen

James Dean ist seit 64 Jahren tot. Eine Produktionsfirma will die Hollywoodikone nun dank Computertechnik auf der Leinwand wiederauferstehen lassen - mit dem Segen der Familie. Doch es gibt auch harsche Kritik.
Undatierte Aufnahme von James Dean (1931-1955): Idol der Halbstarken-Generation

Undatierte Aufnahme von James Dean (1931-1955): Idol der Halbstarken-Generation

Foto: Bert Reisfeld/ DPA

Es ist eine Filmbesetzung, die nicht überall gut ankommt: James Dean, der legendäre US-Schauspieler, der 1955 im Alter von 24 Jahren bei einem Autounfall starb, soll mithilfe von Computertechnik wieder in einer Hauptrolle auf der Leinwand zu sehen sein. Das kündigten die Verantwortlichen hinter dem Filmprojekt "Finding Jack" am Mittwoch an.

Sie wollten dabei auf altes Filmmaterial und Fotos von Dean zurückgreifen, sagten die Regisseure Anton Ernst und Tati Golykh, die jüngst die Produktionsfirma Magic City Films gegründet haben. Die entsprechenden Rechte dafür haben sie eigenen Angaben zufolge bei der Firma eingeholt, die in diesen Angelegenheiten Deans Familie vertritt. Der Chef dieser Firma, Mark Roesler, verteidigte die Entscheidung unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass der Instagram-Account in Deans Namen  mehr als 183.000 Follower habe - der Schauspieler bewege die Menschen heute noch.

"James Dean war als Hollywoods 'Rebell' bekannt und folgender Spruch von ihm wurde berühmt: 'Wenn ein Mann die Kluft zwischen Leben und Tod überbrücken kann, wenn er nach seinem Tod leben kann, dann war er vielleicht ein großartiger Mann. Unsterblichkeit ist der einzig wahre Erfolg'", erklärte Roesler. Er sei zuversichtlich, dass Dean diesen "modernen Akt der Rebellion" unterstützen würde.

"Nach Monaten der Recherche haben wir uns für James Dean entschieden"

Der Film "Finding Jack" setzt sich mit dem Vietnamkrieg auseinander. Dean soll eine Figur namens Rogan verkörpern, es ist eine der Hauptrollen. Monatelang hätten sie intensiv nach dem perfekten Schauspieler für die Rogan-Rolle gesucht, sagte Regisseur Ernst. "Und nach Monaten der Recherche haben wir uns für James Dean entschieden." Er fühle sich geehrt, dass die Familie des Verstorbenen zugestimmt habe - man werde sie nicht enttäuschen.

Die Vorarbeiten für die Filmproduktion sollen laut dem Branchenblatt "Hollywood Reporter"  am 17. November beginnen. Ein anderer Schauspieler solle die Tonaufnahmen für Dean übernehmen.

James Dean spielte in seinem kurzen Leben lediglich in drei Filmen die Hauptrolle: "... denn sie wissen nicht, was sie tun" (1955), "Jenseits von Eden" (1955) und "Giganten" (1956). Für die letzten beiden wurde er posthum für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

"Respektlos", "falsch", "beschämend"

Dass er nun dank moderner Computertechnik die Hauptrolle in einem neuen Film übernehmen soll, wird vielfach kritisiert. Schauspieler Chris Evans ("Captain America") ist einer, der den Plan "respektlos" und "falsch" nannte. "Vielleicht können wir uns von einem Computer einen neuen Picasso malen lassen. Oder wir lassen uns ein paar neue John-Lennon-Stücke schreiben", schrieb er bei Twitter. "Der völlige Mangel an Verständnis hier ist beschämend."

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Es ist nicht das erste Mal, dass Schauspieler nach ihrem Tod in neuen Filmen zu sehen sind. Dabei handelte es sich aber meist um Personen, die die entsprechende Rolle bereits zu früheren Zeitpunkten gespielt hatten. Ende 2016 ließ das Disney-Studio für "Star Wars: Rogue One" beispielsweise den 1994 verstorbenen britischen Schauspieler Peter Cushing mit digitalen Mitteln wiederauferstehen. Cushing hatte den Fiesling bereits in früheren "Star Wars"-Filmen gespielt (mehr zu Hollywoods Geschäft mit toten Stars erfahren Sie hier).

aar/AP
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