Filmlegende Diese fünf Filme mit Jean-Paul Belmondo müssen Sie gesehen haben

Jean-Paul Belmondo war ein Gigant des französischen Kinos, er spielte den Filou und Charmeur ebenso stilsicher wie den eiskalten Gangster oder den Action-Berserker. Hier sind unsere Lieblingsfilme von »Bébel«.

»Elf Uhr nachts« von Jean-Luc Godard (1965)

Belmondo als »Pierrot le fou«

Belmondo als »Pierrot le fou«

Foto:

Capital Pict. / ddp

Warum Godards bezaubernder Liebesfilm »Pierrot le fou« auf Deutsch nach einer Tageszeit benannt ist, bleibt ein Rätsel. Denn schließlich dreht sich doch alles um Hauptdarsteller Belmondo und seinen Pierrot, einen Pariser Lebemann, der spontan Stadt, Kind und Frau verlässt, um mit der wilden Marianne (Anna Karina) ein neues Leben zu beginnen. Doch dass sich alles um ihn dreht, ist in Wahrheit Pierrots großer Irrtum. Er ist so mit sich beschäftigt, dass er gar nicht merkt, wie ihm die Frau und zum Schluss aus Versehen auch noch das Leben abhandenkommt. Pierrot ist halt ein fou – ein Narr, und niemand sonst könnte ihn so spielen wie Belmondo: herrlich trottelig und vollkommen verführerisch. Hannah Pilarczyk

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»Abenteuer in Rio« von Philippe de Broca (1964)

Belmondo mit Françoise Dorléac in »Abenteuer in Rio«

Belmondo mit Françoise Dorléac in »Abenteuer in Rio«

Foto: ddp images

Wenn dieser Filmtitel im Fernsehprogramm auftaucht, freut man sich schon Wochen vorher wie ein kleiner Junge, auch wenn man die Fünfzig lange überschritten hat. Einfach das reine Vergnügen, wie Belmondo durch die wild zusammenphantasierte Handlung rast, von Paris noch Brasília und dann in den Regenwald, immer auf den Spuren von James Bond, der damals schon seit einigen Jahren ungeheuer erfolgreich war, den Regisseur Philippe de Broca aber überholen will. Sein Held ist ein gut gelaunter Irrwisch, übermütiger, lustiger und französischer als 007. Belmondo mag gestorben sein, aber dieser Film ist immer noch wie ein Sprung in den Jungbrunnen. Lars-Olav Beier

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»Der Teufel mit der weißen Weste« von Jean-Pierre Melville (1962)

Belmondo mit Fabienne Dali in »Der Teufel mit der weißen Weste«

Belmondo mit Fabienne Dali in »Der Teufel mit der weißen Weste«

Foto: ddp images / ddp

»In diesem Beruf endet man immer als Clochard oder mit ein paar Kugeln im Kopf«, sagt Jean-Paul Belmondos Charakter einmal und spült das Bonmot mit einem Whisky nach. Als Clochard, so viel ist sicher, wird dieser schöne Mann im Trenchcoat nicht enden. Und so folgt man dieser rücksichtslosesten unter den vielen rücksichtslosen Figuren in der Belmondo-Filmografie ins fatale Finale von »Der Teufel mit der weißen Weste« (Originaltitel: »Le doulos«). Das tricky gebaute, niemals artifizielle Schwarz-Weiß-Gangsterdrama aus dem Jahr 1962 stammt vom Genre-Großmeister Jean-Pierre Melville. Er lässt Belmondo Frauen bedrohen und Kumpels verraten und mit Hut und Trench Intrigen spinnen und Morde begehen. Dass sich der Gangster am Ende – ohne den Gesichtsausdruck zu ändern – doch noch als Moralist entpuppt, ist einer dieser großen, überraschenden Belmondo-Momente. Christian Buß

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»Außer Atem« von Jean-Luc Godard (1960)

Belmondo und Jean Seberg in »Außer Atem«

Belmondo und Jean Seberg in »Außer Atem«

Foto: ddp images

Das klassische Hollywoodkino hat den Körper der Frau in Einzelteile zerlegt, heißt es in Laura Mulveys Urtext zur Kritik des male gaze, des männlichen Blicks. Aber was wäre das Kino ohne den sinnlich-üppigen Mund von Belmondo? In Godards filmischem Urknall »Außer Atem« (Orginal: »À bout de souffle«) ist sich Belmondos Figur, der Schmalspurganove Michel, dessen Wirkung sehr bewusst: Mit dem Daumen fährt er sich in bedeutenden Momenten ganz langsam über die Unterlippe. Die Geste ist ein Humphrey-Bogart-Zitat und eine Autoerotisierung, die zugleich den gesamten Film unter Strom setzt und letztlich die »Nouvelle Vague« in Gang bringt. Alles dank zweier unvergesslicher Lippen. Hannah Pilarczyk

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»Der Profi« von Georges Lautner (1981)

Belmondo als »Der Profi«

Belmondo als »Der Profi«

Foto: ddp images

Ab Ende der Siebzigerjahre, als er seine eigene Produktionsfirma gegründet hatte, übernahm Jean-Paul Belmondo mehr und mehr Rollen in Action- und Polizeithrillern. »Der Profi«, 1981 einer der erfolgreichsten Filme in Frankreich, war meine erste Begegnung mit Belmondo als Kinogänger, man kann sich’s halt nicht aussuchen. Damals hatte sich Bébel seinen Ruf bei den Filmkritikern mit seiner konsequenten Auswahl kommerzieller Stoffe bereits dermaßen ruiniert, dass er als rachsüchtiger Geheimagent Joss Beaumont nach Herzenslust losballern und -prügeln konnte. Ein cineastisch mediokrer, aber für damalige Verhältnisse spektakulär brutaler Kino-Reißer, mit dem Belmondo Action-Maßstäbe für Hollywood-Nachfolger wie Mel Gibson und Sylvester Stallone in den Achtzigern setzte. In Erinnerung vom »Profi« (Original: »Le Professionnel«) bleiben jedoch vor allem Belmondos süffisantes Grinsen beim Sprüche- und Schurkenklopfen sowie Ennio Morricones grandioser Soundtrack. Andreas Borcholte

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