Junge Talente und Autorenkino "César"-Sieg für Jaoui und Moll

26. "César"-Verleihung in Paris: "Lust auf Anderes" von Agnes Jaoui und "Harry meint es gut mir dir" von Dominik Moll waren die großen Gewinner des Abends.


Küsschen für Sergi Lopez von Sylvie Testud und Dominique Blanc
AFP

Küsschen für Sergi Lopez von Sylvie Testud und Dominique Blanc

Paris - Beide Filme, die in Frankreich Millionen in die Kinokassen spielten, erhielten je vier Auszeichnungen. Jaouis Gesellschaftskomödie mit dem Originaltitel "Le gout des autres" wurde von der "César"-Akademie zum besten französischen Film des Jahres 2000 gewählt. Die 35 Jahre alte Regisseurin gewann außerdem den "César" für das beste Drehbuch, den sie sich mit ihrem Lebensgefährten Jean-Pierre Bacri teilt.

Jaoui und Bacri gehören in dieser Kategorie zu den Veteranen: Es ist bereits der vierte Drehbuch-"César" den sich die beiden teilen. Im Dezember 2000 bekamen sie bereits den Europäischen Filmpreis für das beste Drehbuch. Der Streifen gehört zu den Anwärtern auf einen "Oscar" als bester ausländischer Film.

Anne Alvaro wurde für ihre Leistung in diesem humorvollen und spritzigen Streifen über Personen aus unterschiedlichen sozialen Milieus zur besten Nachwuchsschauspielerin und Gerard Lanvin zum besten Nachwuchsdarsteller gekürt.

"Harry meint es gut mit dir"
Concorde Filmverleih

"Harry meint es gut mit dir"

Den Preis als bester Regisseur erhielt der in Deutschland geborene Dominik Moll für "Harry meint es gut mir dir" ("Harry, un ami qui vous veut du bien"). Sergi Lopez wurde für seine Rolle in dem Psychodrama mit dem "César" als bester Darsteller geehrt. Der Spanier war für seine Leistung bereits im Dezember als bester europäischer Schauspieler gewürdigt worden. Der Film, der mit neun Nominierungen in das Rennen um die "Césars" gegangen war, bekam außerdem Auszeichnungen für die beste Montage und den besten Ton.

Als beste Schauspielerin wurde Dominique Blanc für "Stand by" von Roch Stephanik gekürt. Der chinesische Film "In the mood for love" von Wong Kar-Wai ging unter den ausländischen Filmen als Sieger hervor. Ein deutscher Film war in diesem Wettbewerb nicht dabei.

Großproduktionen und Kassenhits wie "Taxi 2" von Gerard Krawczyk, der zehn Millionen Besucher in die Kinos lockte, blieben ohne Nominierungen, ebenso wie "Merci pour le chocolat" ("Süßes Gift") von Claude Chabrol mit Isabelle Huppert und Jacques Dutronc. Mit leeren Händen gingen auch die Produktionen von Bernard Rapp "Une affaire de gout" ("Eine Sache des Geschmacks") und Mathieu Kassovitz "Les rivieres pourpres" ("Die purpurnen Flüsse") aus, beide gingen mit mehreren Nominierungen ins Rennen.

Einen Ehren-"César" erhielten die englische Schauspielerin Charlotte Rampling, 55, die derzeit in "Sous le sable" ("Unterm Sand") in den französischen Kinos zu sehen ist, Agnes Varda, 72, sowie Darry Cowl, 75. Der Schauspieler Daniel Auteil leitete die Veranstaltung im Théatre des Champs-Elysees.



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