Mit 82 Jahren »Emmanuelle«-Regisseur Just Jaeckin ist tot

Den Debütfilm des Modefotografen sahen allein in Frankreich 1974 fast neun Millionen Menschen in den Kinos: »Emmanuelle« wurde zum Symbol seiner Zeit. Nun ist der Regisseur Just Jaeckin gestorben, er wurde 82 Jahre alt.
Regisseur Jaeckin: »Kino der Lüste«

Regisseur Jaeckin: »Kino der Lüste«

Foto: Patrice Picot / Gamma-Rapho / Getty Images

Der Regisseur des Erotikfilms »Emmanuelle«, Just Jaeckin, ist im Alter von 82 Jahren nach einer langen Krankheit gestorben, wie seine Angehörigen am Dienstag mitteilten. Jaeckin hatte mit »Emmanuelle« Filmgeschichte geschrieben: Der Film von 1974, der die erotischen Abenteuer einer jungen Frau in Asien in Szene setzt, wurde 13 Jahre lang in Paris im Kino gezeigt.

Szene aus »Emmanuelle«

Szene aus »Emmanuelle«

Foto: ddp images

Er stand für die sexuelle Revolution der Siebzigerjahre und fand ein weltweites Publikum, es gab zahlreiche Fortsetzungen von anderen Regisseuren. Vor zwei Jahren war der Film auch in einem Streamingdienst zu sehen, mit der Altersbeschränkung ab 16.

Jaeckin mit den »Geschichte der O«-Darstellerinnen Sylvia Kristel (links) und Corinne Cléry

Jaeckin mit den »Geschichte der O«-Darstellerinnen Sylvia Kristel (links) und Corinne Cléry

Foto: AFP

Jaeckin drehte in der Folge noch weitere Erotikfilme. »Die Geschichte der O« war dem SPIEGEL 1975 Anlass für eine Titelgeschichte über das »Kino der Lüste«. Neben Corinne Cléry und Udo Kier spielte darin auch »Emmanuelle«-Hauptdarstellerin Sylvia Kristel mit, die 1981 in »Lady Chatterleys Liebhaber« nach Motiven von D.H. Lawrence wieder die Hauptrolle übernahm. Kristel starb 2012 im Alter von 60 Jahren.

Der Film »Emmanuelle« sollte eigentlich zensiert werden, doch nach dem Tod von Präsident Georges Pompidou und der Ernennung eines neuen Kulturstaatssekretärs kam er unzensiert in die Kinos. Frauenrechtlerinnen kritisierten den Streifen dafür, dass er Frauen als Objekte sexueller Begierde zeigt.

2020 drehte Clélia Cohen für Arte einen Dokumentarfilm über »Emmanuelle« als Zeitphänomen, er ist derzeit in der Mediathek zu sehen . Die französische Regisseurin Audrey Diwan hat ein Remake angekündigt , die Hauptrolle soll Léa Seydoux spielen.

1984 kam Jaeckins letzter Film heraus, die Comicverfilmung »Gwendoline«. Danach widmete sich der in Vichy geborene langjährige Modefotograf vor allem der Kunstgalerie, die er gemeinsam mit seiner Frau Anne in Paris besaß.

feb/AFP
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