Kino-Schießerei Veranstalter kippt 50 Cents HipHop-Film

Schlechter Start für den Kinofilm "Get Rich or Die Tryin'" mit dem HipHop-Star 50 Cent in der Hauptrolle: Am Premierentag wurde ein Mann in der Lobby eines Kinos in Pittsburgh niedergeschossen. Der Film wurde daraufhin aus dem Programm genommen.


Pittsburgh - Any publicity is good publicity? Diese sarkastische Showbiz-Regel gilt in diesem Fall nicht: Der US-Start des HipHop-Films "Get Rich or Die Tryin'" wurde von einem tragischen Ereignis überschattet. In der Lobby eines Pittsburgher Kinos der Kette "Loews" wurde einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge ein 30-jähriger Mann erschossen.

Rapper "50 Cent": Filmpremiere überschattet
AP

Rapper "50 Cent": Filmpremiere überschattet

Es konnte bisher noch nicht eindeutig festgestellt werden, ob das Opfer aus dem Vorführraum von "Get Rich or Die Tryin" kam. Augenzeugen hatten berichtet, dass sowohl Opfer und Täter aus dieser Richtung in die Eingangshalle gekommen waren. Laut Polizeibericht waren vier Menschen in den Vorfall verwickelt, Verdächtige gebe es jedoch keine.

Eine Verbindung zwischen der Schießerei und dem Film soll ebenfalls nicht hergestellt werden. Zwar ist das Werk mit dem Vermerk "R-rated" - vergleichbar mit "ab 18" in Deutschland - versehen, jedoch kann aus der Handlung des Films keine Anstiftung zur Gewalt herausgelesen werden.

Loews-Präsident Travis Reid nahm den Film dennoch aus dem Programm des Kinos, will ihn in den anderen Lichtspielhäusern der Kette aber weiter vorführen. Erst wenn die Untersuchung aufgeklärt sei, werde "Get Rich or Die Tryin'" auch wieder im Loews in Pittsburgh zu sehen sein. Andere Kinobetreiber kündigten an, den Film weiter zu zeigen, das Verhalten der Besucher jedoch genau zu beobachten und zusätzliches Sicherheitspersonal einzustellen.

In anderen Kinos in den Vereinigten Staaten wurde von Schlägereien nach Vorführungen des Rapper-Films berichtet. Ein Sprecher der Kette AMC sagte jedoch, dass keine Zunahme von Gewalt bei Zuschauern gegenüber dem Publikum anderer Filme zu bemerken gewesen wäre. "Wir bedauern den Vorfall sehr, aber wir müssen unsere Besucher dennoch darauf hinweisen, dass Gewalt im Kino sehr selten ist", sagte John Fithian von der Vereinigung amerikanischer Kinobetreiber zu Reuters.

Curtis Johnson alias 50 Cent gehört zu den erfolgreichsten Rappern weltweit. Der Film handelt von einem Drogendealer, der durch Rapmusik dem Verbrechen entsagt. Die Geschichte enthält biographische Züge des Künstlers, der vor seiner Karriere als Rap-Star in den Straßen von New York mit Drogen gehandelt hatte und selbst einmal niedergeschossen worden war.

Sein erster Kinofilm sollte ein weiterer Schritt des Musikers sein, in die Fußstapfen seines Mentors Eminem ("8 Mile") zu treten. "Get Rich or Die Tryin'" startete am Mittwoch in Amerika. In Deutschland soll der Film am 12. Januar 2006 anlaufen.



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