Millionenpublikum für SM-Film "Fifty Shades of Grey" in katholischen Ländern besonders erfolgreich

Valentinstag-Bestmarke, Februar-Rekord, stärkstes Debüt einer weiblichen Regisseurin: Die Verfilmung des Erotik-Bestsellers "Fifty Shades of Grey" entwickelt sich zum Kinohit - nicht nur in den USA.
Millionenpublikum für SM-Film: "Fifty Shades of Grey" in katholischen Ländern besonders erfolgreich

Millionenpublikum für SM-Film: "Fifty Shades of Grey" in katholischen Ländern besonders erfolgreich

Foto: Universal Pictures

USA

1. Gewinner der Woche

Was für ein fulminanter Start! 81,7 Millionen Dollar spielte die Verfilmung von E.L. James' SM-Schmonzette an ihrem Startwochenende ein. Damit springt "Fifty Shades of Grey" nicht nur souverän an die Spitze der US-Kinocharts, sondern verbucht auch Rekorde: Noch nie war ein Film am Valentinstag so erfolgreich an den nordamerikanischen Kassen. Aufs ganze Wochenende gesehen war nur Mel Gibsons "Passion Christi" als Februar-Start noch stärker.

Regisseurin Sam Taylor-Johnson kann für sich den umsatzstärksten Film verbuchen, der jemals von einer Frau gedreht wurde. (Wobei das nur gilt, wenn man Lana Wachowski erst ab ihrem öffentlichen Auftreten in weiblicher Kleidung als Frau zählt - zum Filmstart von "Matrix Reloaded" hieß die Co-Regisseurin in der Öffentlichkeit noch Larry Wachowski.) Sie überholt damit Catherine Hardwicke, die beim ersten "Twilight"-Film "Biss zum Morgengrauen" Regie führte, der 69,6 Millionen Dollar zum Start im November 2008 einspielte.

Interessantes Detail: Der Marktforschung der Verleihfirma Universal zufolge waren immerhin 32 Prozent der Zuschauer von "Fifty Shades of Grey" männlich. Ob sie nun freiwillig drin waren oder mitgeschleppt wurden - als sicher darf gelten, dass dieser Prozentsatz höher ist als beim Roman.

2. Verlierer der Woche

Was die Aufmerksamkeit betrifft, sind alle anderen Filme in dieser Woche Verlierer. Dabei hat sich aber die Comicverfilmung "Kingsman: The Secret Service" mit Colin Firth und Samuel L. Jackson sehr wacker gehalten und kommt zum Start auf den zweiten Platz mit einem Einspielergebnis von 35,6 Millionen Dollar. Der "SpongeBob Movie" stürzte nach starkem Start mit 30,5 Millionen Dollar relativ steil auf Platz drei ab.

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3. Zahl der Woche

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"50 Shades of Grey": Stöhn, peitsch, doppelstöhn

Foto: Universal Pictures

239,7 Millionen Dollar - so viel spielte "Fifty Shades of Grey" außerhalb Nordamerikas ein. In elf Ländern war es nach Angaben des Fachblatts "Hollywood Reporter"  der umsatzstärkste Kinostart überhaupt, darunter befanden sich mit Argentinien, Italien oder Polen stark katholisch geprägte Nationen. Vielfach ist der Film nur für Erwachsene freigegeben und stellte zumindest in dieser Kategorie Rekorde auf, so in Großbritannien, Russland, Spanien, Mexiko oder den Philippinen. In Malaysia und Indonesien wird der Film wegen seiner SM-Thematik und seiner freizügigen Bilder keine Rekorde aufstellen können: Dort fiel "Fifty Shades of Grey" der Zensur zum Opfer.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Natürlich ist "Fifty Shades of Grey" auch in Deutschland ganz klar die Nummer eins. Seit "Skyfall" Ende 2012 hat kein anderer Film zum Start derart viele Zuschauer angelockt. 1,35 Millionen Menschen sahen Dakota Johnson und Jamie Dornan bei ihren erotischen Spielen zu - damit war es der beste Februar-Start in der Geschichte der deutschen Kinokassen-Statistik, wie die Fachleute von "Blickpunkt:Film" melden. Und - nimmt man erneut Lana Wachowski heraus - ist es auch in Deutschland der am stärksten gestartete Film einer Filmemacherin.

2. Heimlicher Gewinner der Woche

Wenn ein Film am achten Wochenende immer noch 275.000 Zuschauer anlockt, und das, wenn längst ein anderer Film das Tagesgespräch bestimmt, dann kann nicht von einem Verlierer die Rede sein. Deshalb wird es Til Schweiger verschmerzen können, dass seine Tragikomödie "Honig im Kopf" den Spitzenplatz in den Kinocharts räumen musste und auf Rang zwei rutschte. Insgesamt haben schon 5,5 Millionen Kinogänger den Film über das Thema Alzheimer gesehen.

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3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

In Sachen Sünde hatte "Inherent Vice" ganz offensichtlich nicht das erste Wort an diesem Wochenende: Die Verfilmung eines Buches von Thomas Pynchon kam trotz bester Kritiken und großer schauspielerischer Leistungen von Joaquin Phoenix oder Reese Witherspoon nur auf Platz 14 der Kinocharts. Mehr als 16.500 Zuschauer hätte der Film von Paul Thomas Anderson ganz gewiss verdient.

feb/dpa
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