Komödiant und Komponist Dudley Moore ist tot

Der britische Schauspieler, Komödiant und Komponist Dudley Moore ist im Alter von 66 Jahren an den Folgen einer seltenen Gehirnerkrankung gestorben. Mit Filmen wie "Zehn" und "Arthur" wurde Moore weltbekannt.


Commander of the British Empire: Dudley Moore bei seiner Ehrung im November 2001
AFP

Commander of the British Empire: Dudley Moore bei seiner Ehrung im November 2001

New York/London - Der britische Schauspieler Dudley Moore ist am Mittwoch im Alter von 66 Jahren in New Jersey gestorben. Moore starb an Lungenentzündung, einer Folge seiner degenerativen Gehirnerkrankung. Dies teilte seine Sprecherin in den USA mit.

Moore wurde 1979 an der Seite von Bo Derek in dem Film "Zehn - Die Traumfrau" weltbekannt. 1981 wurde er für seine Rolle des trinkfreudigen Millionärs "Arthur" (mit Liza Minnelli) für den Oscar nominiert. Moore wurde auch als Musiker und Komponist bekannt.

1999 berichtete er in der Öffentlichkeit erstmals über seine Erkrankung. Das Parkinson-ähnliche Leiden hinderte Moore am Gehen und war mit Sehproblemen sowie Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken verbunden. Der Schauspieler ließ sich in einer Spezialklinik in New Jersey behandeln und musste im vergangenen November zur Entgegennahme des Ordens "Commander of the British Empire" (CBE) im Rollstuhl im Buckingham-Palast erscheinen.

In eine Arbeiterfamilie in Dagenham bei London geboren, fühlte sich der junge Dudley Moore wegen eines deformiertes Fußes von seiner Mutter zurückgewiesen. Auch in vier Ehen fand er nicht die Liebe, nach der er sich sehnte. Dafür wurde er schon früh als Chorsänger und Organist anerkannt und machte sich später als Jazz-Pianist einen Namen. Nach dem Studium an der renommierten Oxford-Universität in England 1960 schloss sich Moore dem Komödiantenquartett Beyond the Fringe an, das erst in London begeistert gefeiert wurde und von dort an den New Yorker Broadway ging. Mit seinem Fringe-Kollegen Peter Cook blieb er zusammen und trat in Fernsehshows "Derek and Clive" auf, bis der Durchbruch auf die Leinwand gelang.

Mit Bo Derek zum Weltruhm: "10 - Die Traumfrau"
AP

Mit Bo Derek zum Weltruhm: "10 - Die Traumfrau"

Auf das Kino-Debüt "Letzte Grüße von Onkel Joe" (1966) folgte für Cook und Moore alsbald der Kinohit "Bedazzled" (1967). Im Jahr darauf schrieb Moore das Drehbuch und die Musik für "Trau keinem über 30" und stand außerdem in der Hauptrolle vor der Kamera. Jahre später stieß Moore schließlich auf den Regisseur Blake Edwards, der ihm 1979 die Hauptrolle in "Zehn" anvertraute, nachdem George Segal sie abgelehnt hatte.

Mit dieser Rolle wurde der Brite endgültig zum Hollywood-Star, ein Ruf, den er zwei Jahre später mit "Arthur - Kein Kind von Traurigkeit" festigen konnte. Eine Fortsetzung des Komödienhits fand 1988 jedoch kaum noch Beachtung. Auch mit anderen Filme, in denen Moore bis zu seiner Erkrankung spielte, konnte er nicht an seine Erfolge anknüpfen.



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