Kult-Kommissar im Kino Derricks Comeback als Comicfigur

Derrick, der TV-Kommissar mit dem korrekten Scheitel und der blauen Tropfenbrille, feiert sein baldiges Comeback. Horst Tappert-Fans können sich auf die Wiederkehr des Münchner Oberinspektors als Comicfigur freuen: ein 85-minütiger Kinofilm mit dem kriminalistischen Urgestein ist geplant.


Unsterbliches Krimiduo: Stephan und Harry als Zeichentrickfiguren
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Unsterbliches Krimiduo: Stephan und Harry als Zeichentrickfiguren

Hamburg - "Hier kommt die Wahrheit über Derrick ans Licht!", behauptet der Hamburger Produzent Matthias Walther. Der Clou des geplanten Trickfilmprojekts: Stephan Derrick und Harry Klein sollen von Horst Tappert und Fritz Wepper gesprochen werden. 100.000 Einzelzeichnungen werden für die Leinwandfassung benötigt, erklärt Walther. Seit zwei Jahren arbeitet er mit seinem Partner Ralph Christians an dem Drehbuch, ein paar Mal habe er es schon umgeschrieben. "Der Film soll auf liebevoll ironisch-satirische Art noch einmal mit dem Kult spielen", erläutert Walther.

Zur Verbrecherjagd düst das Polizistenteam in einem tiefergelegten Spezial-Dienstfahrzeug durch die Münchner Schickeria. Da hat die bayrische Unterwelt nichts mehr zu lachen. Derricks Anwesenheit bringt auch den miesesten Punker dazu, einer alten Dame in der U-Bahn Platz zu machen.

In dem Film soll Derrick nicht mehr der Einzelgänger sein, der nach Dienstschluss nichts Besseres zu tun hat, als die Spuren des aktuellen Mordfalls zu kombinieren und noch einmal die Verdächtigen aufzusuchen. Stattdessen steht der geschniegelte Comic-Inspektor mit der korrekt gekämmten Frisur in seiner Wohnung mit einem Teletubbies-Schlafanzug und bügelt seine Krawatten vor dem Fernseher. Assistent Harry Klein hat es in der Trick-Version noch schwerer, gegen den Super-Ermittler zu bestehen: Er schrumpft und wird noch kleiner als er ohnehin schon ist. Die Suche nach dem Gegenmittel wird für das akkurate Krimiduo schnell dringender als die Lösung des kniffligen Kriminalsfalls.

Und das ist ein Mord in einer Münchner Arztpraxis. Wieder eine scheinbar unlösbare Herausforderung für die Serienhelden: Die Arzthelferin wurde offenbar gleich auf drei Wegen ins Jenseits geschickt. Sie wurde stranguliert, von einem Pfeil und einer Kugel getroffen. Ein Mordmotiv hätten natürlich viele der Anwesenden. Derrick-Experte Walther weiß: "In Frage kommen sowohl der leicht gestörte Arztsohn, der Chauffeur, die Haushälterin oder auch die Ehefrau."

Mechthild Klein



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