Legendärer Agentendarsteller Wjatscheslaw Tichonow gestorben

Als Agentendarsteller wurde Wjatscheslaw Tichonow in Russland legendär - zu seinem Tod kondolierten Präsident Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin. Der Sprecher des Auslandsgeheimdienstes SWR nannte sein Ableben gar "eine Tragödie".

Schauspieler Tichonow (2003): Held russischer Agentenfilme
AP

Schauspieler Tichonow (2003): Held russischer Agentenfilme


Hamburg/Moskau - Im Westen war er so gut wie unbekannt - in Russland aber wurde er verehrt. Nun ist der der russische Schauspieler Wjatscheslaw Tichonow im Alter von 81 Jahren in Moskau gestorben. Das teilte der Verband der Filmschaffenden in Moskau am Freitag nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit.

Mit seiner Paraderolle als Standartenführer Stirlitz im 1973 gedrehten, höchst erfolgreichen Fernseh-Mehrteiler "Siebzehn Augenblicke des Frühlings" war Tichonow in der Sowjetunion berühmt geworden. In dem Film spielt er einen sowjetischen Agenten in den Reihen der Waffen-SS. Auch in der russischen Verfilmung des Tolstoi-Epos "Krieg und Frieden" von 1967 war Wjatscheslaw Tichonow zu sehen, in einer Paraderolle als Prinz Andrej Bolkonsky.

Die russische Nachrichtenagentur Novosti meldete, der russische Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin hätten den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen.

Regelrecht bestürzt äußerte sich Sergej Iwanow, Sprecher des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR: Für viele russische Nachrichtendienstler, sei Tichonows Tod eine "persönliche Tragödie", sagte er Novosti.

"Vor einem Jahr habe ich ihn im Krankenhaus besucht. Ich überreichte ihm Geschenke von Geheimdienstlern, die ihn bewundern. Er war sehr gerührt, diese Aufmerksamkeit war ihm, wie es mir schien, sehr angenehm", hieß es.

sha/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.