Lena Dunham »Man lernt, sich von Beleidigungen abzukapseln«

Fünf Jahre blieb es um US-Regisseurin Lena Dunham ruhig: Nun lieferte sie zwei neue Filme hintereinander – und spricht über Traumata, die ihre TV-Serie »Girls« bei ihr verursachte.
Lena Dunham: »Jetzt bin ich in der Lage, sehr stolz auf meinen Körper zu sein«

Lena Dunham: »Jetzt bin ich in der Lage, sehr stolz auf meinen Körper zu sein«

Foto: Matt Crossick / PA Images / IMAGO

Bekannt wurde sie durch ihre Serie »Girls«, die Hauptrolle spielte sie selbst. Danach war von Lena Dunham aus dem Filmgeschäft wenig zu hören. Dafür manches aus ihrem Privatleben: Bei den US-Wahlen 2016 warb sie für Hillary Clinton – und bekam angeblich Drohungen . 2018 ließ sie sich auf ärztlichen Rat ihre Eierstöcke entfernen – und sorgte damit für Diskussionen über Kinderlosigkeit. »Es gab eine Weile, in der ich meine eigene Stimme nicht hörte«, sagt Dunham nun in einem Interview mit »The Guardian« . »Meine Sinne waren durch die Erfahrung, auf diese Weise in der Welt zu sein, abgestumpft.«

2022 erschienen ihre beiden Filme »Catherine Called Birdy« und »Sharp Stick«, zwei Produktionen über Selbstfindung als Frau, und damit mit einem ähnlichen Grundgedanken wie »Girls«. Ihre Zeit als »Girls«-Hauptfigur Hannah Horvath habe zu ihrer Selbstformung beigetragen, sagt Dunham im Interview. »Ich hörte auf, eine Person zu sein, die ich mochte.« Dunham spricht von einer »Angst, die ihre Weiblichkeit geformt hat«. Die öffentliche Reaktion auf ihren nackten Körper in der Serie »Girls« sei »ein ganz eigenes Trauma« gewesen. Sie habe damals gelernt, »sich von Beleidigungen abzukapseln«.

Leben und Filmwelt sind bei US-Regisseurin und Schauspielerin Lena Durham oft eng verwoben: In ihrer Serie »Girls« spielte sie über sechs Staffeln Hannah Horvath, eine Millenial-Mittzwanzigerin auf dem Weg zur Selbstfindung. In einem Interview bestätigte die Schauspielerin schon damals autobiografische Elemente: Die Geschichten verdanke sie ihrem Blick auf die Welt. Der habe sich durch das Gefühl der Isolation entwickelt, als »moppeliger Teenager«, der nur schwer Anschluss zu anderen Jugendlichen fand.

Im Laufe der Jahre sei ihr klar geworden, dass das, was ihr widerfahren war, »auch Millionen von Frauen auf der ganzen Welt widerfuhr«, sagt Dunham. »Jetzt bin ich in der Lage, sehr stolz auf meinen Körper zu sein. Ich erkenne, wie viel es mich gekostet hat, hier herzukommen.«

»Absichtlich blind«

Den Wunsch nach einer Komödie wie »Catherine Called Birdy« äußerte die Schauspielerin laut »Guardian«-Interview schon vor rund zehn Jahren: Damals, so Dunham, wollte sie einen »Film über ein mittelalterliches Kind machen, das seine Periode bekommt«. Ihre Eltern hätten sie damals für verrückt und »absichtlich blind« erklärt. Die Leute, so Dunhams Eltern, würden sicherlich einen Grund finden, sich über solch einen Film zu empören.

Dunham zog das Projekt durch: »Ich denke, um weiterhin Arbeiten zu produzieren, die einen selbst überzeugen und ehrlich sind, muss man eine gewisse Blindheit an den Tag legen«, sagt sie im »Guardian«-Interview. »Man muss sozusagen vergessen, dass die Leute das sehen werden.«

Die Coming-of-Age-Komödie »Catherine Called Birdly« zeigt die im Mittelalter lebende Lady Catherine, eine Minderjährige, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll. Sie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Karen Cushman. Die Produktion feierte ihre Premiere im September 2022 beim Toronto Film Festival. Am 7. Oktober ist sie auch auf Amazon Prime Video zu sehen.

ime
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