"Mulan"-Remake Hongkong-Aktivisten rufen zu Boykott von Disney-Film auf

Die chinesische Starschauspielerin Liu Yifei hat Verständnis für das harte Vorgehen der Hongkonger Polizei gezeigt. Jetzt rollt eine Protestwelle gegen sie - die auch den Disney-Konzern treffen könnte.
Liu Yifei bei Jackie-Chan-Filmfest

Liu Yifei bei Jackie-Chan-Filmfest

Foto: imago images

Schauspielerin Liu Yifei, Hauptdarstellerin im Disney-Remake des Zeichentrickfilms "Mulan", hat sich mit einem Kommentar zu den Demokratieprotesten in Hongkong den Zorn von Aktivisten zugezogen. Chinesische Nationalisten hingegen zeigten sich begeistert.

Im chinesischen Internetdienst Weibo hatte Liu sinngemäß geschrieben, sie unterstütze die Hongkonger Polizei während der anhaltenden Proteste, auch wenn das vielleicht einigen missfalle.

Massendemonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hatten sich im März 2019 an einem geplanten Gesetz für Auslieferungen Verdächtiger an die chinesische Justiz entzündet. Sie wandelten sich aber zur Pro-Demokratie-Demonstrationen mit Hunderttausenden Teilnehmern. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.

#BoycottMulan, fordern Aktivisten

International findet der Protest große Beachtung, weil ein Eingreifen Chinas befürchtet wird. In Shenzhen, in der Nachbarschaft der Wirtschaftsmetropole Hongkong, hat der kommunistische Einparteienstaat zahlreiche Polizei- und Militäreinheiten zusammengezogen. China drohte bereits damit, die Proteste gewaltsam zu zerschlagen. Trotzdem gingen die Demonstrationen, diesmal organisiert von Lehrern, mit Tausenden Teilnehmern am Samstag weiter.

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Hongkong: Drohkulisse in Shenzhen

Foto: Thomas Peter/ REUTERS

Aktivisten fordern nun in sozialen Netzwerken einen Boykott des "Mulan"-Kinofilms (Hashtag #BoycottMulan ), der 2020 erscheinen soll, wegen Lius Aussagen. Die 31-jährige Schauspielerin stammt aus China, hat inzwischen aber auch die US-Staatsbürgerschaft. Auch darum kritisierten Aktivisten die "Mulan"-Darstellerin: Sie genieße die Freiheiten einer US-Bürgerin, stelle sich aber auf die Seite derer, die den Hongkongern diese Freiheit verweigerten.

Chinesische Heldin gegen den Ansturm der Hunnen: "Mulan" (1998)

Chinesische Heldin gegen den Ansturm der Hunnen: "Mulan" (1998)

Foto: Buena_vista/ picture-alliance / dpa

Chinesische Nationalisten hingegen unterstützten Liu. Sie sehen, ähnlich wie die Regierung in Peking, die Demonstranten als Aggressoren und unterstellen, diese seien vom Ausland gesteuert. Es ist ein Bild, das chinesische Staatsmedien gezielt verbreiten. Proteste für Freiheit und Demokratie hat Hongkong seit Ende seiner Rückgabe als ehemalige britische Kolonie an China 1997 immer wieder erlebt.

cht
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