Zur Ausgabe
Artikel 65 / 71

Mads Mikkelsen Bezaubernd böse

aus DER SPIEGEL 16/2022
Foto:

James Shaw / Avalon / ddp

Sein Spiel ist fesselnd und überzeugend, sein Repertoire vielfältig: vom tragischen Helden über den komischen Kauz und James-Bond-Fiesling bis zum Serienkiller. Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen, 56, gehört zu den Großen seines Fachs. Gerade ist er als böser Zauberer Gellert Grindelwald in dem Blockbuster »Phantas­tische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse« zu sehen, eine Rolle, die ursprünglich mit Johnny Depp besetzt war. Der verlor sein Engagement, nachdem Vorwürfe gegen ihn wegen häuslicher Gewalt aufgetaucht waren, die er bestreitet. Mikkelsen erinnert sich jetzt in einem Interview mit der britischen Ausgabe von »GQ«, dass die Verantwortlichen, die ihn gewinnen wollten, in Panik waren, die Zeit drängte. Wenn er das Drehbuch nicht überzeugend gefunden hätte, hätte er die Rolle aber nicht angenommen, sagt Mikkelsen. Außerdem habe er unter Druck gestanden, scherzt er: Seine 30-jährige Tochter, Harry-Potter-Fan der ersten Stunde, habe ihn gedrängt. Für seine Interpretation des Grindelwald-Charakters wird er nun von allen Seiten gelobt, sogar von eingefleischten Johnny-Depp-Fans. Seine Heran­gehensweise erklärt Mikkelsen als »Erweiterung« des Charakters, den Depp angelegt habe. Eine Neuerfindung wäre »kreativer Selbstmord« gewesen, glaubt der Däne. Mikkelsen hat Erfahrung mit Rollen, die von anderen berühmten Schauspielern geprägt sind. In der TV-Serie »Hannibal« spielte er den Serienkiller Hannibal Lecter. Dabei war er der Meinung, Anthony Hopkins' Darstellung in »Das Schweigen der Lämmer« sei »perfekt« gewesen. Das Wagnis ging auf: Mikkelsen erhielt auch damals sehr viel Lob.

ks
Zur Ausgabe
Artikel 65 / 71
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren