Superregisseur vs. Superheldenfilme Martin Scorsese rechtfertigt seine Kritik an Marvel-Kino

Kürzlich holte Martin Scorsese mächtig gegen Superhelden-Filme aus. Mit Kino hätten die nichts zu tun. Nach reichlich Kritik hat sich der Regisseur nun genauer erklärt. *Spoiler*: Das wird keine Liebe mehr.

Martin Scorsese: Mit Superheldenfilmen kann er nichts anfangen
VALERIE MACON/ AFP

Martin Scorsese: Mit Superheldenfilmen kann er nichts anfangen


"Mehr Freizeitpark als Kino": Regisseur Martin Scorsese, der Filme schuf wie "Taxi Driver", "Die Farbe des Geldes" und "The Wolf of Wall Street", bleibt auch nach einer Welle der Empörung bei seiner vernichtenden Meinung über Filme aus dem Marvel-Universum.

Allerdings stimmt er dabei etwas versöhnlichere Töne an: "Dass mich die Filme nicht interessieren, liegt an meinem persönlichen Geschmack und meinem Temperament", schreibt der 76-Jährige in einem Beitrag für die "New York Times". Er habe versucht, ein paar der Filme zu sehen, doch sie seien nicht sein Ding.

Im Oktober hatte sich Scorsese in einem Interview kritisch über Marvel-Filme geäußert. In der " New York Times" wiederholte er nun seine Meinung, überschrieb den Beitrag aber mit "Lassen Sie mich erklären": Marvel-Filme seien für ihn kein Kino. "Sie sind für mich mehr Freizeitparks als Filme." Sie seien weder überraschend, noch künstlerisch interessant.

Für diese Aussagen hatte er bei Regisseuren und Schauspielern der Marvel-Filme große Empörung ausgelöst. Schauspieler Samuel L. Jackson, 70, der in mehreren Marvel-Filmen dabei war ("Spider-Man", "Avengers", "Captain Marvel", "Iron Man") sagte der Zeitschrift "Variety": "Das ist, als würde jemand sagen, Bugs Bunny sei nicht lustig. Filme sind Filme. Es mag auch nicht jeder seine Sachen." Scorsese erhielt aber auch Unterstützung. Kultregisseur Francis Ford Coppola, 80, nannte die Filme "abscheulich".

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ddp/ INTERTOPICS/ LMKMEDIA

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In seinem Beitrag für die "New York Times" holte Scorsese zu einer generellen Kritik am zeitgenössischen Kino aus. Im Kino werde heute auf Nummer sicher gegangen. "Viele Filme heute sind perfekte Produkte, die für den unmittelbaren Konsum produziert worden sind", schrieb Scorsese. Viele von ihnen seien gut gemacht und von talentierten Teams. Aber ihnen fehle etwas, was fürs Kino essenziell sei: "Die vereinende Vision eines Künstlers. Und das, weil der individuelle Künstler das größte Risiko darstellt."

Der Filmemacher wurde mit Filmen wie "Taxi Driver" (1976) und "Good Fellas" (1990) weltberühmt. Zuletzt drehte er für Netflix die Bob-Dylan-Hommage "Rolling Thunder Revue" (lesen Sie hier die Kritik auf SPIEGEL) und den Thriller "The Irishman" mit Robert de Niro, Al Pacino, Joe Pesci und Harvey Keitel.

brs/dpa



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