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Matt Damon Nebensache Kino

aus DER SPIEGEL 32/2021

Der Hollywoodstar Matt Damon, 50, trauert um das Kino: »Filme, wie wir sie kennen«, sagte er der »Sunday Times«, »werden im Leben unserer Kinder keine Rolle mehr spielen. Und das macht mich traurig.« Diese Erkenntnis gewann Damon bei der Beobachtung seiner Töchter. Deren Verhalten beim TV-Konsum sei völlig anders als das seine: »Wie kann man sich einen Film anschauen, während man eine SMS schreibt?«, fragt er verständnislos. Die Tatsache, dass so ein Film nur nebenherlaufe, irritiere ihn sehr, sagte Damon. Kein Wunder, für einen Schauspieler seiner Generation ist es schließlich existenziell, dass die Leute ihn sehen wollen: Früher, so die »Sunday Times«, seien die Leute wegen Hauptdarstellern wie Damon ins Kino gegangen, sein Gesicht war ein Garant für klingelnde Kassen. Tatsächlich zeigt eine Gegenüberstellung der internationalen Box-Office-Hits von 1997 und 2019, dass sich die Art der Filme grundsätzlich geändert hat. Vor knapp 24 Jahren feierte Damon mit »Good Will Hunting« seinen Durchbruch als Schauspieler (und einen Oscar als Drehbuchautor zusammen mit Ben Affleck). Auf der Liste der erfolgreichsten 15 Filme standen damals außerdem »Titanic« (Leonardo DiCaprio, Kate Winslet) oder »Die Hochzeit meines besten Freundes« (Julia Roberts). Jetzt führen Franchise-Produktionen die Charts an. Superhelden, die man an ihren Kostümen und Masken erkennt, stehen im Mittelpunkt. Zwar spielen große Namen immer noch eine Rolle bei der Besetzung, aber welches Gesicht wirklich dahintersteckt, scheint nicht mehr so wichtig zu sein.

KS
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