Medienbackpfeife Goldene Himbeeren für Cruise, Kidman, Hilton

Fünf Jahre nach ihrer Scheidung sind Tom Cruise und Nicole Kidman wieder vereint: Beide bekamen die Goldene Himbeere verliehen. Cruise erhielt die wenig schmeichelhafte Auszeichnung als nervigster Promi, Kidman als Teil des "schrecklichsten Filmpaars".


Los Angeles - Zweifelhafte Ehre für Tom Cruise, seine Verlobte Katie Holmes und seine Ex-Frau Nicole Kidman: Einen Tag vor der Oscar-Verleihung erhielten die Hollywood-Stars die Goldene Himbeere, den in Branchenkreisen wenig begehrten Filmpreis. Cruise und Holmes gewannen in der neu geschaffenen Kategorie "Die lästigsten Ziele der Klatschpresse 2005" für ihre öffentlich zur Schau gestellte Liebe füreinander; Kidman und ihr Partner Will Ferrell in der Adaption der Fernsehserie "Verliebt in eine Hexe" siegten als "schrecklichstes Filmpaar" des vergangenen Jahres.

Wie der Erfinder der Goldenen Himbeere, John Wilson, gestern bei der wenig glamourösen Preisverleihung in Los Angeles mitteilte, hat sich Cruise die mit Goldfarbe bespritzte Plastik-"Trophäe" im Wert von 4,97 Dollar als nervigster Promi redlich verdient, weil er sich bei der öffentlichen Liebeserklärung für Holmes "zum Affen" machte: Der 43-jährige bestbezahlte Schauspieler Hollywoods hopste bei der Talkshow von Oprah Winfrey plötzlich auf dem Sofa herum und verkündete öffentlich seine Liebe; kurz darauf machte er Holmes überraschend vor dem Pariser Eiffelturm einen Antrag, um dann im Oktober nach weiteren Schlagzeilen groß zu verkünden, dass sie ein Kind erwarteten. Deshalb musste sich das "nervige" Liebespaar die Goldene Himbeere mit "Winfreys Couch, dem Eiffelturm und Toms Baby" teilen.

Das Filmjahr 2005 war nach Angaben von Organisator Chip Dornell eines der schlechtesten für Hollywood, "aber eines der besten für die Himbeeren". Die Juroren hätten dieses Mal wirkliche Qualen bei der Auswahl gelitten. Unzweifelhafte Siegerin der diesjährigen Verleihung war die Ekel-Komödie "Dirty Love": Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin, Ex-"Playmate" Jenny McCarthy, holte sich dafür gleich zwei Goldene Himbeeren, ihr früherer Ehemann John Asher bekam eine weitere für die "schlechteste Regie". Auch Hotel-Erbin Paris Hilton ging nicht leer aus: Nach zwei Nominierungen für ihre Rollen in "Die Maske 2" und "House of Wax" heimste die Jetsetterin immerhin den Sieg für die schlechteste Nebenrolle in "House of Wax" ein. Der Titel der schlechtesten männlichen Nebenrolle ging an Hayden Christensen für seine Mutation zum ultrabösen Darth Vader in "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith".

Wilson hatte die "Razzies", wie die Trophäen liebevoll auf Englisch genannt werden, vor 26 Jahren ins Leben gerufen. Der "filmverrückte Zyniker" begründet seine Idee mit seiner Abscheu vor der Hollywood-Maschinerie: "Wie in der Politik" würden "immer dieselben Leute die Kampagnen steuern". Die völlig unabhängige Jury aus 750 Mitgliedern aus 41 US-Bundesstaaten und 15 anderen Ländern entscheidet per Briefwahl. Wie jedes Jahr fand die Preisverleihung auch dieses Mal wieder ohne die Sieger statt - Halle Berrys überraschender Auftritt im vergangenen Jahr blieb die rühmliche Ausnahme.

ffr/AFP



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