Monty-Python-Klassiker Jesus-Satire "Leben des Brian" wäre heute zu riskant

Als die Comedy-Truppe Monty Python 1979 "Das Leben des Brian" ins Kino brachte, wurde der Film trotz Kirchen-Protest zum Hit. Heute würde er sich eine Jesus-Satire wie diese "zweimal überlegen", sagt Regisseur Terry Jones - die öffentliche Rolle der Religion sei viel stärker als damals.
Szene aus Monty-Python-Film "Das Leben des Brian": Ketzerisch, aber nicht blasphemisch

Szene aus Monty-Python-Film "Das Leben des Brian": Ketzerisch, aber nicht blasphemisch

Foto: Evening Standard/ Getty Images

London - "Wir hätten nie gedacht, dass der Film so umstritten sein würde", sagt Terry Jones, einer der Stars der britischen Comedy-Gruppe Monty Python, über den Film "Das Leben des Brian", bei dem er 1979 Regie führte. Lokale Behörden untersagten seinerzeit die Vorführung des Films, in dem der Doppelgänger Brian für Jesus Christus gehalten und gekreuzigt wird.

In einer Fernsehdiskussion bei der BBC stritten damals die Monty-Python-Mitglieder John Cleese und Michael Palin mit einem Bischof und einem christlichen Filmproduzenten, die den Film für blasphemisch hielten. Das war er nicht, findet Jones: "Er war ketzerisch, weil er die Struktur der Kirche kritisierte und wie sie das Evangelium interpretiert. Doch seinerzeit schien die Religion auf dem absteigenden Ast zu sein, und es fühlte sich an, als trete man einen toten Esel."

Terry Jones äußerte sich in einem Interview mit der Zeitschrift "Radio Times" anlässlich einer Rekonstruktion der Fernsehdebatte, die von der BBC produziert wird. Er glaubt, dass sich die Rolle der Religion heute dramatisch geändert habe: "Sie ist mit aller Macht zurückgekommen, und wir würden es uns heute zweimal überlegen, ob wir diesen Film drehen würden."

"Ich staune, dass wir immer noch darüber diskutieren"

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, einen ähnlich satirischen Film über Muslime zu drehen, antwortete Jones: "Wahrscheinlich nicht - wenn ich mir Salman Rushdie anschaue." Der indische Schriftsteller hielt sich jahrelang wegen einer Fatwa versteckt, einer Todesdrohung gegen ihn, ausgesprochen von dem iranischen Ajatollah Chomeini wegen seines als blasphemisch bezeichneten Buches "Die satanischen Verse".

Die anhaltende Bedeutung von "Das Leben des Brian" verwundert den Regisseur: "Ich staune, dass wir immer noch darüber diskutieren." Der Film sei vermutlich überschätzt, obwohl er zweifelsohne sehr gut sei: "Unser Ziel war es, einen lustigen Film zu drehen, aber es schadet nicht, ein paar Beleidigungen mitzuliefern."

Über die Fernsehdebatten-Rekonstruktion sagt er: "Die Sendung ist sehr lustig, aber es ist eine Mischung aus Phantasie und Realität." Noch immer ist Terry Jones etwas eingeschnappt wegen des Verhaltens der Filmkritiker in der Diskussionsrunde: "Die beiden Herren hatten sich ein schönes Mittagessen gegönnt, kamen zu spät zum Kino und verpassten einen Teil unseres Films - eine ziemliche Frechheit."

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