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Nachruf Peter Fleischmann, 84

aus DER SPIEGEL 33/2021
Foto: Patrick LaBanca

Er gehörte zu den Regisseuren des Neuen Deutschen Films, die das Nachkriegskino komplett umkrempeln wollten. Wie Rainer Werner Fassbinder oder Volker Schlöndorff fing Peter Fleischmann in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre mit dem Filmemachen an. Sein Sozialdrama »Jagdszenen aus Niederbayern« (1969) wirkte wie eine Antithese zum jahrelang populären Heimatfilm: Statt Beschaulichkeit und Idylle herrschten in dem Dorf, von dem er erzählte, Engstirnigkeit und Ausgrenzung. Angela Winkler und Hanna Schygulla, die später zu Stars wurden, machten in diesem Film als Jungschauspielerinnen auf sich aufmerksam. 1979 kam Fleischmanns Thriller »Die Hamburger Krankheit« ins Kino, der erstaunlich weitsichtig die Ausbreitung einer Seuche beschreibt – und die Versuche, sie einzudämmen. Sein aufwendigster Film, die Romanadaption »Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein«, fand 1990 weder beim Publikum noch bei der Kritik großen Anklang. Der Regisseur war nach der Wende in der Leitung des Studios Babelsberg und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. Peter Fleischmann starb am 11. August in Potsdam.

lob
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