Neue Oscar-Gastgeber PR-Coup mit zwei Spaßvögeln

"It's Complicated" heißt die neue Komödie mit Komiker Steve Martin und Schauspieler Alec Baldwin. Kompliziert könnte auch die Ernennung der beiden Hollywood-Größen zu Gastgebern der Oscar-Gala im Februar sein.
Neue Oscar-Hosts Martin, Baldwin: Doppelter Einsatz, bessere Quote?

Neue Oscar-Hosts Martin, Baldwin: Doppelter Einsatz, bessere Quote?

Foto: Peter Kramer, Andy Kropa/ AP

Steve Martin und Alec Baldwin kennen sich gut. Vielleicht sogar ein bisschen zu gut, um im Februar gemeinsam die große Oscar-Show im Kodak Theatre zu moderieren. Denn die beiden Hollywood-Größen standen gerade gemeinsam für "It's Complicated" vor der Kamera, eine sicher sehr launige Komödie im Screwball-Stil, in der zwei gereifte Männer um die Gunst einer Frau (Meryl Streep) buhlen. Der Film läuft in den USA bereits zu Weihnachten an, daher muss man im Februar, wenn die Oscars verliehen werden, nicht mehr für den Kinostart werben. Aber es gibt ja auch noch DVDs und Blu-Rays.

Natürlich werden Martin, 64, und Baldwin, 51, ihre Nebenbuhler-Rollen auf der Oscar-Bühne wieder aufgreifen, natürlich wird sich die Handlung von "It's Complicated" wie ein roter Faden durch die Show ziehen, vermutlich wird sich sogar die zweifache Oscar-Preisträgerin Streep für einen kurzen Auftritt hergeben - ein PR-Traum für den US-Verleih Universal: So viel Aufmerksamkeit für einen einzelnen Film, der keinerlei Chancen auf einen Preis haben dürfte, gibt es selten bei der traditionsreichen Trophäenvergabe der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS).

Aber auch die ehrwürdigen Oscars müssen sich anstrengen, nicht in die Filmkunst-Nische zu geraten und damit das Massenpublikum zu verlieren. Nach den rekordverdächtig schlechten Einschaltquoten von 2007 und 2008 ging es in diesem Jahr mit einem schlankeren Show-Konzept, viel Musical-Spektakel und Frauenschwarm Hugh Jackmann als Moderator wieder aufwärts: 13 Prozent mehr Publikum als im Jahr zuvor. Aber jene rund 36 Millionen Zuschauer sind nur ein Bruchteil früherer Einschaltrekorde (57 Millionen im "Titanic"-Jahr 1998). 2009 war besser als das Vorjahr, rangiert aber quotenmäßig immer noch unter den miesesten Oscar-Shows aller Zeiten.

Der unlängst neu ernannte Oscar-Produzent Bill Mechanic muss also mindestens den Standard halten, wenn nicht sogar verbessern. Steve Martin und Alec Baldwin könnten ihm dabei, Spekulationen über PR-Deals im Hintergrund mal beiseite gelassen, als Joker dienen: Comedy-Veteran Martin hat die Oscar-Show schon zweimal erfolgreich moderiert; Neunziger-Jahre-Star Alec Baldwin erlebt zurzeit ein spätes Karrierehoch als einer der Hauptdarsteller der preisgekrönten TV-Serie "30 Rock" - und lockt so vielleicht ein Publikum an, das Kino und die Oscars längst zugunsten guter Fernsehware links liegen gelassen hat. "Steve bringt die Erfahrung mit, Alec eine ganz neue, frische Persönlichkeit", sagte Mechanic in der offiziellen Mitteilung der AMPAS über die Wahl seines Oscar-Buddy-Gespanns.

Vielleicht ist ja doch alles gar nicht so kompliziert.

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