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Gestorben Olympia Dukakis, 89

aus DER SPIEGEL 19/2021

Für ihre hinreißende Darstellung der Rose Castorini, Filmmutter von Cher in der romantischen Komödie »Mondsüchtig«, bekam sie 1988 den Oscar als beste Nebendarstellerin. »Das änderte mein ganzes Leben«, sagte die amerikanische Schauspielerin später in einem Interview. In den Jahren zuvor habe sie wenig gedreht, weil sie wegen der Kinder nicht reisen wollte, sie spielte Theater. Ihre künstlerische Karriere hatte die Tochter griechischer Einwanderer noch während ihres Studiums in Boston begonnen. Mit ihrem Mann Louis Zorich, den sie 1962 heiratete, zog sie drei Kinder groß – und gründete die Whole Theater Company in Montclair. Bereits 1963 wurde sie für ihre Leistung in einer Brecht-Inszenierung bei einer Off-Broadway-Produktion ausgezeichnet; ihre Liebe zum Theater hielt ein Leben lang, sie wirkte in mehr als 130 Inszenierungen mit. Auf den Oscar folgten weitere Angebote aus Hollywood – »Magnolien aus Stahl«, »Kuck mal, wer da spricht« oder »Geliebte Aphrodite« –, die Zeit der finanziellen Engpässe war endlich vorbei. Und obwohl ihre Filmkarriere erst Fahrt aufnahm, als sie bereits Ende fünfzig war, stehen mehr als 60 Titel in ihrer Filmografie. Dukakis beherrschte ihr Fach in vielen Facetten, sie war in Komödien ebenso überzeugend wie in Dramen und hatte pädagogisches Talent: Ihr Wissen teilte sie als Schauspiellehrerin. Noch 2019 war sie in der Netflix-Produktion »Stadtgeschichten« zu sehen. Olympia Dukakis starb am 1. Mai in New York.

KS
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