Untersuchung eingeleitet Oscar-Akademie verurteilt Ohrfeige von Will Smith

Es war der Eklat der Oscar-Nacht: Schauspieler Will Smith schlägt dem Komiker Chris Rock auf der Bühne hart ins Gesicht. Die Oscar-Akademie prüft nun, ob sie Konsequenzen ziehen will und wenn ja, welche.
Hollywoodstar Will Smith: Keine Entschuldigung bei Chris Rock

Hollywoodstar Will Smith: Keine Entschuldigung bei Chris Rock

Foto: Chris Pizzello / AP

Die krachende Ohrfeige vor Millionenpublikum hat ein Nachspiel: Die Oscar-Akademie hat den tätlichen Angriff von Hollywoodstar Will Smith gegen den Komiker Chris Rock bei der diesjährigen Oscar-Gala verurteilt und eine Untersuchung eingeleitet. »Wir werden weitere Schritte und Konsequenzen (…) prüfen«, erklärte die Academy of Motion Picture Art and Sciences am Tag nach dem Eklat.

»The Academy condemns the actions of Mr. Smith at last night’s show. We have officially started a formal review around the incident and will explore further action and consequences in accordance with our Bylaws, Standards of Conduct and California law.«

Academy of Motion Picture Art and Sciences

Smith hatte Rock bei der Oscar-Gala am Sonntagabend auf der Bühne des Dolby Theatre in Hollywood eine harte Ohrfeige verpasst, nachdem der Komiker einen Witz über Smiths unter Haarausfall leidende Ehefrau Jada Pinkett Smith gemacht hatte.

DER SPIEGEL

Zunächst lachte Will Smith noch, während seine Frau das Gesicht verzog. Dann stand er von seinem Platz auf und ging auf die Bühne. Nach der Ohrfeige rief Smith von seinem Sitz aus in Rocks Richtung: »Nimm den Namen meiner Frau nicht mehr in Deinen verdammten Mund!« – dabei benutzte er zweimal das im US-Fernsehen verpönte Wort »fucking«, das in der US-Übertragung mit einem Piepton übertönt wurde.

Rock wirkte nach dem Vorfall leicht konsterniert, fing sich aber schnell wieder und witzelte noch: »Das war die größte Nacht in der Geschichte des Fernsehens.« Nach dem Ende der Show veröffentlichte der US-Sender ABC eine Mitteilung der Polizei von Los Angeles, wonach diese von einem Vorfall bei der Verleihung wisse, bei dem eine Person eine andere geohrfeigt habe. Der Angegriffene habe es abgelehnt, den Vorfall anzuzeigen.

In einem Tweet der Akademie hieß es noch in der Nacht zu dem Vorfall: »Die Akademie duldet keine Form von Gewalt. Heute Abend freuen wir uns, die Gewinner der 94. Academy Awards zu feiern, die diesen Moment der Anerkennung durch ihre Kollegen und Filmliebhaber in aller Welt verdient haben.«

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Direkt nach dem Vorfall hatten sich viele Fans in den sozialen Medien und auch Beobachter in US-Medien gefragt, ob es sich um einen tatsächlichen Wutausbruch von Will Smith gehandelt hatte oder um eine abgesprochene Szene. Die Dankesrede von Smith, der an diesem denkwürdigen Abend noch für seine Rolle in »King Richard« mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, ließ aber vermuten, dass er tatsächlich kurzzeitig die Beherrschung verloren hatte.

Unter Tränen entschuldigte sich Smith bei der Oscar-Akademie und den anderen Nominierten – nicht aber bei Chris Rock.

Der Vorfall überschattete die Vergabe des wichtigsten Filmpreises der Welt und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Die US-Komikerin und Emmy-Gewinnerin Rosie O'Donnell bezeichnet Smiths Verhalten als »trauriges Zurschaustellen von toxischer Maskulinität von einem narzisstischen Verrückten«. Die Komikerin Kathy Griffin beklagte, Comedians müssten sich nun vor jenen fürchten, »die in Comedy-Klubs und Theatern der nächste Will Smith sein wollen«. Auf Onlineplattformen gab es sogar Forderungen, Smith seinen Oscar für »King Richard« zu entziehen.

Einige Prominente nahmen Smith aber auch in Schutz. One-Direction-Sänger Liam Payne sagte zu Journalisten, Smith habe »das Recht« gehabt, so zu handeln. Die demokratische Abgeordnete Ayanna Pressley, die wie Pinkett Smith unter krankheitsbedingtem Haarausfall leidet, dankte Smith sogar in einem später gelöschten Tweet. Sie lobte »alle Ehemänner, die ihre Ehefrauen verteidigen, die mit Alopezie (Haarausfall) leben und täglicher Ignoranz und Beleidigung ausgesetzt sind«.

oka/AFP
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