Oscar-Gewinner Donnersmarck für Tom-Cruise-Film im Gespräch

Adel verpflichtet? In Hollywood spricht man jedenfalls über einen staatstragenden Regieauftrag für Florian Henckel von Donnersmarck. Der Oscar-Preisträger soll mit Tom Cruise einen Verschwörungsthriller drehen - in dem der Hollywood-Superstar den US-Präsidenten spielt.


New York/Los Angeles - Tom Cruise hat's mit dem deutschen Adel. Nachdem er den deutschen Widerstandshelden Claus Schenk Graf von Stauffenberg verkörperte, könnte er bald mit Florian Henckel von Donnersmarck drehen. So mutmaßt jedenfalls das Filmbranchenblatt "Hollywood Reporter". Der Regisseur von "Das Leben der Anderen" sei im Gespräch, die Regie für den Polit-Thriller "The 28th Amendment" zu übernehmen.

Oscar-Gewinner Henckel von Donnersmarck: Bald mit Cruise am Set?
REUTERS

Oscar-Gewinner Henckel von Donnersmarck: Bald mit Cruise am Set?

Auch in diesem Film hätte Cruise eine politisch brisante, ja sogar staatstragende Rolle: Sein Part wäre der des US-Präsidenten, der einen Geheimbund entdeckt. Der hat natürlich finstere Pläne - die Ermordung des Staatschefs zum Beispiel.

Der Film sei John Grishams Anwaltsthriller "Die Firma" ins Weiße Haus verlegt, heißt es. Der Plot variiere gängige Verschwörungstheorien, denen zufolge eine mächtige Clique in der Politik die Fäden ziehe und Widersacher ausschalte. Eine frühe Fassung des Drehbuchs suggeriere gar, John F. Kennedy sei von eben solchen Geheimbündlern ermordet worden.

Nicht geheim ist, dass Denzel Washington ebenfalls mitspielen soll und bereits zwei Regisseure wieder aus dem Rennen sind: Sowohl Neil Jordan ("Die Fremde in dir") als auch Philip Noyce ("Der Knochsensammler") hatten Gespräche mit den ausführenden Warner-Studios geführt.

Als Drehbuchautoren wurden Alan Kurtzman und Roberto Orci verpflichtet. Die beiden sind Schreibpartner und haben unter anderem das Autozerknüll-Spektakel "Transformers" auf dem Gewissen. Kurtzman hat außerdem am neuen "Star Trek"-Film von Serien-Star J.J. Abrams mitgeschrieben, und beide sind das federführende Autorenteam bei Abrams' neuer Serie "Fringe" , in der es ebenfalls um politische Verschwörungen geht.

Um im Bild zu bleiben: Der 35-jährige Henckel von Donnersmarck ist damit das am wenigsten beschriebene Blatt. Er hat keinen neuen Film gedreht, seit sein Stasi-Drama 2006 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann.

dan/dpa



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