Oscar-Nominierungen 13 Chancen für "Chicago"

Mit 13 Nominierungen ist die Musical-Verfilmung "Chicago" der große Favorit bei der diesjährigen Oscar-Verleihung. Martin Scorseses Epos "Gangs Of New York" konnte zehn Nominierungen verbuchen. Auch der deutsche Beitrag "Nirgendwo in Afrika" ist im Rennen um einen der begehrten Filmpreise.


Musical "Chicago", Hauptdarstellerin Zellweger: 13 Nominierungen für ein Broadway-Spektakel
AP

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Los Angeles - Nach dem Gewinn dreier Golden Globes vor zwei Wochen galt Rob Marshalls Musicalfilm "Chicago" als Top-Favorit für die Oscar-Vergabe. Nun haben sich die Spekulationen verdichtet. Stolze 13 Nominierungen konnte der Berlinale-Eröffnungsfilm am Dienstag verbuchen, darunter Nennungen in der Königskategorie "Bester Film". Hauptdarstellerin Renée Zellweger ist ebenso nominiert wie Regisseur Rob Marshall und die Nebendarsteller Catherine Zeta-Jones, Queen Latifah und John C. Reilly. Dazu kommen Nennungen im Bereich "Art Direction", Kamera, Sound, Kostümdesign und Schnitt.

Mit zehn Nominierungen nur zweiter Favorit wurde Martin Scorsese mit seinem Epos "Gangs Of New York", das ebenfalls als "bester Film" des Jahres ins Oscar-Rennen geht. Scorsese ist als bester Regisseur nominiert, Daniel Day-Lewis als bester männlicher Hauptdarsteller. Dazu kommen Nennungen in den Kategorien Kamera, "Art Direction", Schnitt und Drehbuch. Die Popband U2 ist mit ihrem Titelsong "The Hands That Built America" nominiert.

Scorsese-Film "Gangs Of New York": Zehn Chancen auf einen Oscar
20th Century Fox

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Auch der deutsche Beitrag "Nirgendwo in Afrika" schaffte es unter die fünf Nominierten für den besten nicht-englischsprachigen Film. Caroline Links mehrfach preisgekröntes Drama muss es nun unter anderem mit dem Historien-Epos "Hero" von Zhang Yimou und Aki Kaurismäkis "Mann ohne Vergangenheit" aufnehmen. Ein schweres Los, denn schon bei der Verleihung der Golden Globes ging "Nirgendwo in Afrika" leer aus und gilt seitdem in Hollywood als Außenseiter. Dennoch ist allein die Nominierung ein erfreuliches Ereignis. Immerhin war es ebenfalls Link, die 1997 mit "Jenseits der Stille" die letzte Oscar-Nominierung für einen deutschen Film errang.

Als "bester Film" nominiert sind außerdem das Literatur-Drama "The Hours" (insgesamt neun Nominierungen), das Fantasy-Spektakel "Herr der Ringe: Die zwei Türme" (insgesamt sechs Nominierungen, darunter Sound, Visual Effects, Schnitt und Art Direction) und Roman Polanskis Holocaust-Drama "Der Pianist".

Polanski, in den USA noch immer persona non grata, ist neben Martin Scorsese, Rob Marshall, Stephen Daldry ("The Hours") und Pedro Almodóvar ("Sprich mit ihr") auch für einen Oscar als bester Regisseur nominiert, seine Chancen dürften jedoch gering sein.

Frauen-Drama "The Hours", Hauptdarstellerin Kidman: Mit neun Nominierungen dritter Favorit
AFP

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Als beste Hauptdarsteller sind nominiert: Adrien Brody ("Der Pianist"), Nicolas Cage ("Adaptation"), Michael Caine ("The Quiet American"), Jack Nicholson ("About Schmidt") und Daniel Day-Lewis. Zwischen letzteren beiden dürfte sich das Rennen entscheiden. Bei den Frauen muss es Renée Zellweger mit Nicole Kidman ("The Hours"), Salma Hayek ("Frida") und Diane Lane ("Unfaithful") aufnehmen. Echte Konkurrenz dürfte allerdings lediglich Julianne Moore bieten, die für das Drama "Far From Heaven" nominiert ist.

Bei den Nebendarstellern befindet sich "Chicago"-Star John C. Reilly in prominenter Gesellschaft: Paul Newman ("Road To Perdition"), Ed Harris ("The Hours"), Chris Cooper ("Adaptation") und Christopher Walken ("Catch Me If You Can") buhlen mit ihm um den Oscar. Um die Trophäe als beste weibliche Nebendarstellerin müssen Catherine Zeta-Jones und Queen Latifah (beide "Chicago"), Kathy Bates ("About Schmidt"), Meryl Streep ("Adaptation") und wiederum Julianne Moore (für "The Hours") bangen. Mit einer "Chicago"-Gewinnerin dürfte allerdings zu rechnen sein.

In der Kategorie "bester Animationsfilm" hat Disney die besten Chancen: Gleich drei nominierte Filme, "Lilo & Stitch", "Spirited Away" und "Der Schatzplanet" kommen aus der Buena-Vista-Schmiede. Dennoch ist die Konkurrenz nicht klein: Der Publikumserfolg "Ice Age" (Fox) und "Spirit: Stallion Of The Cimarron" (DreamWorks) sind ebenbürtige Wettbewerber.

Die 75. Oscar-Verleihung findet am 23. März im Kodak Theatre am Hollywood Boulevard in Los Angeles statt. Gastgeber ist zum zweiten Mal Steve Martin.

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