Oscar-Nominierungen Zwölf für Spielberg, fünf für Haneke

Die Anwärter auf den wichtigsten Filmpreis der Welt stehen für 2013 fest. 12 Mal wurde Steven Spielbergs "Lincoln" für den Oscar nominiert. Immerhin fünf Mal wurde "Liebe" von Michael Haneke bedacht. Kathryn Bigelow und Quentin Tarantino wurden in der Regiekategorie übergangen.
Oscar-Nominierungen: Zwölf für Spielberg, fünf für Haneke

Oscar-Nominierungen: Zwölf für Spielberg, fünf für Haneke

Foto: Ian Langsdon/ dpa

Los Angeles - So unberechenbar hat sich die Academy selten gezeigt: Bei den Nominierungen für die diesjährigen Oscars hat sich das Historiendrama "Lincoln" von Regisseur Steven Spielberg mit zwölf Nominierungen zwar als der erwartbare Favorit erwiesen. Unter anderem wurde das Porträt des legendären US-Präsidenten Abraham Lincoln am Donnerstagmorgen Ortszeit als bester Film des Jahres nominiert.

Doch "Liebe", die einfühlsame Studie eines alternden Paares des Österreichers Michael Haneke, ist die große Überraschung dieses Jahrgangs. Die französisch-deutsch-österreichische Co-Produktion könnte in fünf Kategorien einen Oscar holen, darunter als bester Film des Jahres und bester nicht-englischsprachiger Film. Haneke selbst ist für sein Originaldrehbuch und als bester Regisseur im Rennen - eine Ehre, die Quentin Tarantino und Kathryn Bigelow nicht zuteilwurde. In dieser Kategorie können sich neben Haneke und Spielberg noch Ang Lee ("Life of Pi"), David O'Russell ("Silver Linings") sowie Newcomer Benh Zeitlin ("Beasts of the Southern Wild") Hoffnungen machen.

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Oscars 2013: Das sind die Nominierten

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Die Romanverfilmung "Life of Pi" ist elf Mal für einen der begehrten Filmpreise nominiert, das Filmmusical "Les Misérables" und die Tragikomödie "Silver Linings" können sich über je acht Nominierungen freuen. Alle drei Filme sind ebenfalls Anwärter auf den besten Film des Jahres. Außerdem nominiert sind in der Königskategorie der Spionage-Thriller "Argo", der Western "Django Unchained", der Independent-Film "Beasts of the Southern Wild" sowie "Zero Dark Thirty" - die Verfilmung der Jagd auf al-Qaida-Chef Osama bin Laden.

In den Darstellerkategorien konnte vor allem "Silver Linings" überzeugen: Sowohl seine Hauptdarsteller Jennifer Lawrence und Bradley Cooper als auch seine Nebendarsteller Jackie Weaver und Robert De Niro wurden mit Nominierungen bedacht. Bei den Hauptdarstellerinnen ist die Bandbreite besonders groß: Mit der neunjährigen Quvenzhané Wallis ("Beasts of the Southern Wild") ist die jüngste Darstellerin überhaupt nominiert. Sie tritt gegen die 85-jährige Emmanuelle Riva ("Liebe") an, ebenso wie Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty"). Naomi Watts ("The Impossible") schaffte es ebenfalls auf die Liste der fünf Nominierten, übergangen wurde Marion Cotillard, der für "Der Geschmack von Rost und Knochen" große Chancen ausgerechnet wurden.

Enttäuscht dürfte auch John Hawkes aus "The Sessions" sein: Er ist nicht als bester Hauptdarsteller dabei, stattdessen stimmte die Academy überraschenderweise für Hugh Jackmans Leistung im Musical "Les Misérables". Als Favorit gilt aber Daniel Day-Lewis für sein Porträt von Abraham Lincoln. Konkurrenz könnte ihm höchstens Joaquin Phoenix für "The Master" machen.

Eine kleine deutsche Oscar-Hoffnung ist bei den Dokumentarfilmen dabei: Die NDR-Koproduktion "The Gatekeeper" von Dror Moreh hat es auf die Liste der möglichen Preisträger geschafft. In dem Film sprechen die sonst so verschwiegenen ehemaligen Leiter des israelischen Geheimdienstes Shin Bet über ihre Arbeit.

Die Trophäen werden am 24. Februar zum 85. Mal verliehen. Die Gala wird vom US-Komiker Seth MacFarlane moderiert, der am Donnerstag auch die Nominierungen präsentierte.

In den Hauptkategorien lauten die Nominierungen wie folgt:

Bester Film: "Liebe", "Argo", "Beasts of the Southern Wild", "Django Unchained", "Les Misérables", "Life of Pi", "Lincoln", "Silver Linings Playbook", "Zero Dark Thirty"

Beste Regie: Michael Haneke, Benh Zeitlin, Ang Lee, Steven Spielberg, David O'Russell

Beste Hauptdarstellerin: Jessica Chastain, Jennifer Lawrence, Emmanuelle Riva, Quvenzhané Wallis, Naomi Watts

Bester Hauptdarsteller: Bradley Cooper, Daniel Day-Lewis, Hugh Jackman, Joaquin Phoenix, Denzel Washington

Beste Nebendarstellerin: Amy Adams, Sally Field, Anne Hathaway, Helen Hunt, Jacki Weaver

Bester Nebendarsteller: Alan Arkin, Robert De Niro, Philip Seymour Hoffman, Tommy Lee Jones, Christoph Waltz

Bestes Originaldrehbuch: "Liebe" (Michael Haneke), "Django Unchained" (Quentin Tarantino), "Flight" (John Gatins), "Moonrise Kingdom" (Wes Anderson & Roman Coppola), "Zero Dark Thirty" (Mark Boal)

Bestes Adaptiertes Drehbuch: "Argo" (Chris Terrio), "Beasts of the Southern Wild" (Lucy Alibar & Benh Zeitlin), "Life of Pi" (David Magee), "Lincoln" (Tony Kushner), "Silver Linings Playbook" (David O. Russell)

Bester Fremdsprachiger Film: "Liebe", "Kon-Tiki", "No", "A Royal Affair", "War Witch"

hpi/dpa
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