Oscar-Nominierungen Liebeserklärung an die gute alte Zeit

Elf Nominierungen für Martin Scorseses "Hugo", zehn für "The Artist": Die Oscar-Nominierungen 2012 werden von Filmen dominiert, die in den Anfangstagen des Kinos schwelgen. Zu den Verlierern dieser Saison werden realistische, politische Dramen zählen - und George Clooney.

Delphi Filmverleih

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Vor dem Zeitgeist ist nichts und niemand gefeit, am wenigsten Hollywood. In der Popmusik werden gerade vergangene Jahrzehnte von den Sechzigern bis zu den Achtzigern gefeiert, im Fernsehen leben via "Mad Men" die Fifties wieder auf - und das Kino geht gleich ganz weit zurück in der Zeit, an seinen Ursprung, den Stummfilm.

Vor rund hundert Jahren erlebte Hollywood mit Filmen wie D.W. Griffiths "Birth of a Nation" seinen Aufstieg zur Fabrik der Träume und des Glamours, und vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet jetzt, nahe an diesem Jubiläum, bei vielen Filmemachern eine Rückbesinnung einsetzt. Gleich zwei Filme, die in dieser Oscar-Saison zu den absoluten Favoriten zählen, beschäftigten sich mit der Zeit, in der die Bilder erst laufen und dann sprechen lernten.

Martin Scorseses Film "Hugo" handelt von einem kleinen Jungen, der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts im Pariser Hauptbahnhof lebt: Es ist die Zeit des großen technischen Aufbruchs, und Hugo Cabret macht staunend Bekanntschaft mit einem der großen frühen Illusionisten und Pionieren des Kinos, dem Regisseur und Erfinder George Méliès, berühmt für seinen Science-Fiction-Klassiker "Le voyage dans la lune" ("Die Reise zum Mond") von 1902. Und weil Scorsese weiß, dass wir uns 100 Jahre später erneut in einer Phase technischer Umwälzungen befinden, drehte er sein wundervolles, farbenprächtiges Kinomärchen in 3D - eine Verbeugung vor der Innovationskraft des Kinos, die immer neue Wege findet, die Realität auf die Leinwand zu bannen - und sie durch Phantasien zu bereichern. Elf Nominierungen erhielt "Hugo" am Dienstag von den Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, darunter Nennungen als bester Film und für die beste Regie sowie in allen wichtigen technischen Kategorien.

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Oscar-Nominierungen: Qual der Wahl für die Academy
Mit einer Nominierung weniger geht der eigentliche Favorit dieser Oscar-Saison ins Rennen um die Academy Awards: "The Artist", ein in Schwarzweiß gedrehter Stummfilm des französischen Regisseurs Michel Hazanavicious, erzählt die Geschichte eines Stummfilm-Darstellers, der nicht wahrhaben will, dass der Tonfilm seine Kunst überflüssig machen wird. Der unter anderem in Cannes und bei den Golden Globes gefeierte Film zelebriert die universelle Kraft des Kinos, mit Gegenständen, Gesten und Musik Geschichten zu erzählen, die auf der ganzen Welt verstanden werden - eine künstlerische Glanzleistung, die einen darüber nachdenken lässt, ob es wirklich nötig ist, 200 Millionen Dollar teure 3-D-Blockbuster ins Kino zu hieven, wenn so viel weniger so viel effektiver sein kann.

Sollte "The Artist" als bester Film aus der Oscar-Verleihung am 26. Februar hervorgehen, wäre er der erste Schwarzweiß- und Stummfilm seit über 80 Jahren, der diese Hollywood-Trophäe gewinnt. Mal ganz abgesehen davon, dass es sich um eine französische Produktion handelt. Aber wer merkt das schon? Es wird ja nicht gesprochen in "The Artist".

Mit in die Reihe der großen Vergangenheitsschwelgereien, die das Feld der Nominierungen dominieren, gehört auch Woody Allens Nostalgietrip "Midnight in Paris", der zwar nur drei Nominierungen ergattern konnte, dafür aber in drei der wichtigsten Kategorien: Bester Film, Regie und Bestes Drehbuch. Und auch das Südstaatendrama "The Help", das eine zuckrige Erbauungsgeschichte über die Rassentrennung in den sechziger Jahren erzählt, konnte eine Nominierung als bester Film sowie drei Nennungen in den Schauspielerinnen-Kategorien erobern.

Letztlich gehört auch Bennett Millers Baseball-Drama "Moneyball", sechsmal nominiert, unter anderem in den wichtigen Sektionen Bester Film, bester Hauptdarsteller und bestes adaptiertes Drehbuch, in diese Kategorie - immerhin zelebriert die Trainer-Heldensaga mit Brad Pitt eine überkommene Version des US-Volkssports, die noch nicht von Zahlenspielen und Millionensummen dominiert wurde, sondern von Sportsgeist und Bauchgefühl.

Verlierer? Clooney, Polit-Dramen, das echte Leben

So weit, so rührselig. Welche Filme treten als Gegengewicht zu dieser Nostalgie-Übermacht an? Vielleicht Alexander Paynes im Vorwege stark favorisiertes Familiendrama "The Descendants", das mit nur fünf Nominierungen jedoch arg geschwächt in den Wettbewerb geht. Dennoch kann sich die durchaus heutige und mit sehr realen Nöten auf dem Inselparadies Hawaii befasste Bestsellerverfilmung noch Hoffnungen auf den Titel Bester Film machen, ebenso darf sich Regisseur Payne Chancen auf einen Oscar ausrechnen. Für sein Weintrinker-Drama "Sideways" war er 2004 schon einmal nominiert, gewann damals aber nur den Drehbuch-Preis.

Die Hauptrolle in "The Descendants" spielt George Clooney mit der vielleicht besten Leistung seiner bisherigen Karriere. Es ist die dritte Hauptrollen-Nominierung des Oscargewinners als bester Nebendarsteller (2005 für "Syriana"), man könnte also sagen, George wäre diesmal dran. Die Konkurrenz in dieser Kategorie ist jedoch sehr stark. Unter anderem muss es Clooney mit seinem Busenfreund Brad Pitt ("Moneyball") aufnehmen, aber auch Jean Dujardin ("The Artist"), wenn nicht sogar Veteran Gary Oldman ("Tinker Tailor Soldier Spy") haben gute Chancen zu gewinnen.

Vor allem Clooney könnte also in diesem Jahr zu den großen Verlierern der Oscar-Saison zählen, denn sein ambitioniertes Polit-Drama "The Ides of March", bei dem er eine der Hauptrollen spielt und Regie führte, bekam nur eine Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch. Das ist nicht nur für Clooney eine Schlappe, sondern auch für den hochfavorisierten Hauptdarsteller Ryan Gosling, der weder für "The Ides Of March" noch für seine Hauptrolle im Pulp-Actionfilm "Drive" eine Nominierung bekam.

Leer ging auch Schauspieler Michael Fassbender aus, ebenfalls als großer Favorit gehandelt, nun aber weder für seine eindrückliche Rolle als sexsüchtiger Großstädter in "Shame" noch als verklemmter Psychiater in "Eine dunkle Begierde" nominiert. Mit Fassbender und Gosling muss man rechnen, sie gehören zu den spannendsten Talenten ihrer Generation, auf Hollywoods Ehren müssen die Newcomer jedoch noch etwas länger warten.

Und was ist mit Eastwood?

Was ist sonst noch beachtenswert bei den Nominierungen für die 84. Academy Awards? Bei den weiblichen Hauptdarstellerinnen könnte es zum Showdown zwischen der Oscar-Veteranin Meryl Streep (Margaret Thatcher in "The Iron Lady"), Charaktermimin Glenn Close (spielt einen Mann in "Albert Nobbs") und Rooney Mara (spielt Lisbeth Salander in "Verblendung") kommen. Gegen Schwergewichte wie Streep und Close hat Newcomerin Mara jedoch wenig Chancen.

Bei den besten Nebendarstellern gilt Altstar Christopher Plummer für seine Rolle in "Beginners" als Top-Favorit, bei den Nebendarstellerinnen dürfte die Entscheidung zwischen Newcomerin Bérénice Bejo ("The Artist"), Janet McTeer (spielt ebenfalls einen Mann in "Albert Nobbs") und Jessica Chastain ("The Help") fallen, wobei letztere kurioserweise nicht für ihre weitaus stärkere Performance in Terrence Malicks "The Tree Of Life" nominiert ist.

Malicks in Cannes bejubelte, sehr opulente Geschichte der Menschlichkeit konnte immerhin drei Nominierungen ergattern, darunter als bester Film und für die beste Kamera. Um groß zu gewinnen, ist das Meisterwerk des Hollywood-Außenseiters jedoch zu kunstsinnig, ebenso übrigens wie die hochkonzentrierte, extrem elegante John-Le-Carré-Verfilmung "Tinker Tailor Soldier Spy", die ebenfalls nur drei Nominierungen erhielt.

So wird Malick wohl auch in der Regie-Kategorie leer ausgehen. Größere Chancen haben dort Martin Scorsese, Woody Allen, Alexander Payne und wahrscheinlich sogar Michel Hazanavicious, je nachdem, welcher Film den Durchmarsch macht, je nachdem, wer am Ende als bester Film ausgezeichnet wird oder noch einen Trostpreis braucht. Den hat auf jeden Fall schon mal Altmeister Clint Eastwood verdient, dessen feinsinniges FBI-Panorama "J. Edgar" komplett leer ausging. Noch nicht einmal Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio konnte eine Nominierung erringen. Ebenso wenig wie das auf diversen Festivals gefeierte Drama "Take Shelter", das sich mit diffusen Zukunftsängsten beschäftigt.

Aber auch das ist symptomatisch für diesen Oscar-Jahrgang: Konflikte, Politik, das echte Leben, all das muss beiseite treten, wenn Hollywood sich selbst und seine goldene Vergangenheit feiert.

Übersicht: Liste der wichtigsten Nominierungen für die 84. Oscar-Verleihung

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Seite 1
oback-barama 24.01.2012
1.
Dass die Academy dies im Sinne gehabt hätte (also nur die Würdigung des alten Hollywood), bei der Wahl der Filme, glaube ich nicht. Ich habe von den ganzen Filmen bisher nur "Midnight in Paris" gesehen und kann nicht die ganze Wahl der Academy beurteilen, ob gut oder weniger gut. Aber das ist ja sowieso die Sache des Geschmackes jedes Einzelnes. Aber..die Idee einen Stummfilm zu machen jetzt im Jahre 2011, hat schon was, ist meiner Meinung cool, gerade gegenüber die ganzen Trends mit 3D und allerlei anderen Effekten. Quasi gegen den Trend zu steuern, denn es geht bei einem Film, immer noch um die Kunst des Darstellens, genauso wie vor 100 Jahren und nicht darum dass er möglichst cooler, gestylter, und mit noch und noch mehr Effekten ausgestattet ist, was heute bei vielen Filmen, öfters nur die schwache Geschichte überdeckt und verbirgt. Schöne Verpackung, wenig Inhalt. Darzustellen ohne zu sprechen, nur mit Mimik, ist gerde die höchste und älteste Kunst des Darstellens. So gesehen, kann "The Artist" auch als Gegenentwurf zu "Avatar" betrachtet werden. Bei "Avatar" ging es ja gerade nur darum, um das optische um den neuen Effekt, der angeblich eine neue Revolution im Film entflammen hätte sollen. Schon aber nach Paar Jahren nutzt sich die angebliche Revolution ab.. Aber der selbsternannte Film-Revoluzzer Cameron hat ja die wahre Absicht des Ganzen neulich unfrewillig preisgegeben, nachdem angekündigt wurde, "Titanic" mit 3D-Effekten aufzumotzen und noch mal im Kino laufen lassen.
dunnhaupt 24.01.2012
2.
Zitat von oback-baramaDass die Academy dies im Sinne gehabt hätte (also nur die Würdigung des alten Hollywood), bei der Wahl der Filme, glaube ich nicht. Ich habe von den ganzen Filmen bisher nur "Midnight in Paris" gesehen und kann nicht die ganze Wahl der Academy beurteilen, ob gut oder weniger gut. Aber das ist ja sowieso die Sache des Geschmackes jedes Einzelnes. Aber..die Idee einen Stummfilm zu machen jetzt im Jahre 2011, hat schon was, ist meiner Meinung cool, gerade gegenüber die ganzen Trends mit 3D und allerlei anderen Effekten. Quasi gegen den Trend zu steuern, denn es geht bei einem Film, immer noch um die Kunst des Darstellens, genauso wie vor 100 Jahren und nicht darum dass er möglichst cooler, gestylter, und mit noch und noch mehr Effekten ausgestattet ist, was heute bei vielen Filmen, öfters nur die schwache Geschichte überdeckt und verbirgt. Schöne Verpackung, wenig Inhalt. Darzustellen ohne zu sprechen, nur mit Mimik, ist gerde die höchste und älteste Kunst des Darstellens. So gesehen, kann "The Artist" auch als Gegenentwurf zu "Avatar" betrachtet werden. Bei "Avatar" ging es ja gerade nur darum, um das optische um den neuen Effekt, der angeblich eine neue Revolution im Film entflammen hätte sollen. Schon aber nach Paar Jahren nutzt sich die angebliche Revolution ab.. Aber der selbsternannte Film-Revoluzzer Cameron hat ja die wahre Absicht des Ganzen neulich unfrewillig preisgegeben, nachdem angekündigt wurde, "Titanic" mit 3D-Effekten aufzumotzen und noch mal im Kino laufen lassen.
Selbstverständlich ging es um Würdigung des alten Hollywood. In Hollywood stimmen die Senioren unter den Schauspielerkollegen ab, und die Entscheidungen sind daher oft persönlich -- jeder kennt jeden am Ort. Das weltgrößte Festival in Toronto, wo etwa 700 Filme (die gesamte Weltproduktion des Jahres) gezeigt werden, ist eine reine Businessveranstaltung. Hier stimmen nur die Geldgeber, obwohl das Publikum zugelassen ist. In Cannes und Venedig stimmt die Avant-garde. Nur in Berlin hat man den Eindruck, dass es wirklich um den Publikumsgeschmack geht.
Scandal 24.01.2012
3. Autsch
Da hat der Verfasser dieses Artikels mit seinen Mutmaßungen bezüglich der Favoriten in den einzelnen Kategorien aber gleich mehrmals daneben gelegen. Ich möchte gerne einige Dinge geraderücken, nicht dass sich am Ende noch Leute wundern, warum so komische Leute gewinnen, von denen im Spiegel-Artikel gar nichts zu lesen war. "Vielleicht Alexander Paynes im Vorwege stark favorisiertes Familiendrama "The Descendants", das mit nur fünf Nominierungen jedoch arg geschwächt in den Wettbewerb geht. Dennoch kann sich die [...] Bestsellerverfilmung noch Hoffnungen auf den Titel Bester Film machen" -> Das Rennen um den besten Film ist längst entschieden, zugunsten von The Artist. Die heutigen Nominierungen zeigen, dass im Fall einer Sensation nur Hugo daran noch etwas ändern könnte. Nicht aber The Descendants. "Das ist nicht nur für Clooney eine Schlappe, sondern auch für den hochfavorisierten Hauptdarsteller Ryan Gosling, der weder für "The Ides Of March" noch für seine Hauptrolle im Pulp-Actionfilm "Drive" eine Nominierung bekam." -> Niemand hatte Ryan Gosling für eine der Rollen ernsthaft auf der Rechnung, ihm wurden bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt. Beiden Filmen fehlt es an Support, und beide Rollen waren nicht so "auffällig" wie z.B. sein Part in Blue Valentine im Vorjahr, für das er ebenfalls nicht nominiert worden ist. "Leer ging auch Schauspieler Michael Fassbender aus, ebenfalls als großer Favorit gehandelt" Favorit worauf? Er galt als einer der Kandidaten für die 5. der Nominierungen in seiner Kategorie, und galt keinesfalls als sicher. Chancen auf den Oscargewinn selbst waren niemals realistisch, dafür ist seine Rolle und der Film selbst ("Shame") zu kontrovers. "Was ist sonst noch beachtenswert bei den Nominierungen für die 84. Academy Awards? Bei den weiblichen Hauptdarstellerinnen könnte es zum Showdown zwischen der Oscar-Veteranin Meryl Streep [...], Charaktermimin Glenn Close [...] und Rooney Mara [...] kommen." -> In dieser Kategorie sind die beiden großen Favoriten Meryl Streep und Viola Davis (aus dem Film "The Help"), den anderen Kandidaten werden keine Chancen eingeräumt. Leicht favorisiert ist aktuell Viola Davis, die im Artikel nicht einmal erwähnt wird. "bei den Nebendarstellerinnen dürfte die Entscheidung zwischen Newcomerin Bérénice Bejo ("The Artist"), Janet McTeer [...] und Jessica Chastain ("The Help") fallen" -> Auch hier fehlt wieder die Angabe der Topfavoritin, nämlich Octavia Spencer aus "The Help". Im Moment spricht alles für sie. Kleine Außenseiterchancen hat bestenfalls Bérénice Bejo, dies aber auch nur im Falle eines sogenanntes sweeps von "The Artist", wenn dieser also 8 oder mehr Oscars abräumen sollte. Eher unwahrscheinlich. "So wird Malick wohl auch in der Regie-Kategorie leer ausgehen. Größere Chancen haben dort Martin Scorsese, Woody Allen, Alexander Payne und wahrscheinlich sogar Michel Hazanavicious, je nachdem, welcher Film den Durchmarsch macht" Hier sind die Topfavoriten Michel Hazanavicious und Martin Scorsese, niemand sonst. Da splits hier sehr selten sind (also eine Aufteilung von Film und Regie), wäre man auf der sicheren Seite, anzunehmen dass der Franzose Hazanavicious hier gewinnt, da auch The Artist wohl als bester Film prämiert werden wird. Splits sind zwar selten, aber nicht unmöglich; die DGA nächste Woche wird zeigen, ob Martin Scorsese eventuell doch seinen 2. Regieoscar gewinnen könnte. Das wars auch schon!
filmforist 25.01.2012
4. Überraschend gute Auswahl
Die Auswahl ist erstaunlicherweise in diesem Jahr - relativ gesehen - einigermaßen gut gelungen. Primitive, prollige Blenderfilme wie "Drive" werden nicht geehrt. Dass der Film in Cannes so gut angekommen ist, zeigt von schlechtem Geschmack, Gekungel und Gleichschaltung. Auch auf der Berlinale wird vielfach eine kleingeistige Auswahl getroffen, man hat den Eindruck, dass Filme nicht wirklich verstanden werden und sich die Auswahlkommission von Hypes und immer gleichen Vorurteilen beeindrucken lässt - wirklich innovative Filme dringen nicht mal bis zu den Entscheidern vor. Die Vorurteile, dass Cannes und die Berlinale die bessere Wahl treffen, ist also bei genauerem Hinsehen nicht wirklich berechtigt. Eastwoods "J. Edgar" als feinsinnig zu bezeichnen ist absurd (s. Kritikertipp.de (http://www.kritikertipp.de/wordpress/)) und "Take Shelter" ist lahm. "The Artist" ist kein Zurück in die gute alte Zeit, sondern ein neuer, innovativer Blick mit lange vergessenen Mitteln.
CitizenTM 25.01.2012
5. Mad men
Zitat von sysopElf Nominierungen für Martin Scorseses "Hugo", zehn für "The Artist": Die Oscar-Nominierungen 2012 werden von Filmen dominiert, die in den Anfangstagen des Kinos schwelgen. Zu den Verlierern dieser Saison*werden realistische, politische Dramen zählen - und George Clooney. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,811131,00.html
Spielt in den frühen 60er Jahren - nicht 50er Jahren. Im Moment ist die Serie schon nach dem Kennedy Attentat angekommen. Soviel Sachkenntnisse sollte ein SPON Autor schon auf die Waagschale bringen wenn er sich meint zur Kultur zu äussern.
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