Filmpreis in Los Angeles Oscar-Verleihung muss wegen Corona verschoben werden

Hollywood steht still – das wirkt sich auch auf die wohl wichtigste Auszeichnung der Branche aus: Die Oscars werden im kommenden Jahr erst im April verliehen. Auch die Regeln für die Nominierung sind neu.
Oscar-Figur (Archivbild): Im kommenden Jahr steigt die größte Hollywood-Sause später

Oscar-Figur (Archivbild): Im kommenden Jahr steigt die größte Hollywood-Sause später

Foto: PHIL McCARTEN/ REUTERS

Diesen Termin dürften sich die meisten Hollywood-Größen dick im Kalender notiert haben. Nun müssen sie umdisponieren: Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Oscar-Gala im kommenden Jahr statt wie geplant am 28. Februar erst am 25. April stattfinden.

Die Nominierungen für Hollywoods wichtigsten Filmpreis sollen am 15. März verkündet werden. Dies gab die Film-Akademie am Montag in Beverly Hills bekannt. Auch die lange geplante Eröffnung des neuen Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles wird verschoben, von Dezember 2020 auf den 30. April 2021.

Mit dem Oscar-Aufschub wolle man den Filmemachern die Möglichkeit geben, ihre Filme fertigzustellen und in die Kinos zu bringen, hieß es in einer Mitteilung der Akademie-Vorsitzenden. Die Show im kommenden Jahr sei ein "historischer Moment", um Filmfans in aller Welt durch die Kinokunst zu vereinen.

Um bei der 93. Ausgabe der Oscars berücksichtigt zu werden, muss ein Film nicht mehr vor dem 31. Dezember dieses Jahres ins Kino kommen, sondern vor dem 28. Februar des kommenden Jahres, wie die Oscar-Akademie erklärte. Filmemacher sollten nicht für etwas "bestraft" werden, für das sie keine Verantwortung trügen. Sie erhielten deswegen mehr "Flexibilität", ihre Filme fertigzustellen und ins Kino zu bringen.

Auch Streaming-Filme können nun ins Rennen gehen

Wegen des Virus sind seit März die meisten Filmproduktionen gestoppt worden, weltweit mussten Kinos schließen. Erst kürzlich hatte die Akademie mitgeteilt, dass bei der kommenden Oscar-Verleihung auch Filme in die Auswahl kommen, die nie im Kino waren, sondern ausschließlich bei Streamingdiensten zu sehen sind. Normalerweise muss ein Film an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles zu sehen sein, um für eine Nominierung infrage zu kommen.

Aufschübe der Veranstaltung hatte es in der Geschichte Hollywoods schon mehrfach gegeben. 1968 fand die Feier am 10. April und damit zwei Tage später statt als zunächst geplant. Grund war die Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King, der am 9. April beigesetzt wurde. Wegen eines Attentats auf US-Präsident Ronald Reagan wurde die Show 1981 um einen Tag verschoben. Reagan überlebte den Anschlag damals schwer verletzt.

jok/dpa
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