Oscars 2018 "Aus dem Nichts" weiter im Rennen

Im Wettbewerb um den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film wurde eine Vorauswahl von neun Werken getroffen. Der deutsche Beitrag ist weiter im Kandidatenfeld: Fatih Akins NSU-Drama.
Diane Kruger in "Aus dem Nichts"

Diane Kruger in "Aus dem Nichts"

Foto: Warner Bros.

Der deutsche Film "Aus dem Nichts" (Lesen Sie hier unsere Rezension) hat im Oscar-Rennen eine weitere Hürde mit Erfolg genommen. Das NSU-Drama von Regisseur Fatih Akin schaffte es auf die Shortlist von insgesamt neun Kandidaten, wie die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills am Donnerstag mitteilte. 92 Länder - eine Rekordzahl - hatten sich für 2018 um den Oscar in der Sparte "nicht englischsprachiger Film" beworben.

Neben "Aus dem Nichts" sind folgende Filme noch im Rennen:

  • "The Square" (Schweden), die Kunstbetriebs-Satire, die sowohl die Goldene Palme in Cannes gewann als auch bei den Europäischen Filmpreisen groß abräumte
  • "Eine fantastische Frau" (Chile), die Geschichte einer Transgender-Frau, die bei der Berlinale den Silbernen Bären für das Drehbuch bekam
  • "Loveless" (Russland), ein Scheidungsdrama, das in Cannes den Preis der Jury erhielt
  • "Foxtrot" (Israel), ein Soldatendrama, in Venedig mit dem Großen Preis der Jury belohnt
  • "Körper und Seele" (Ungarn), der Liebesfilm im Schlachthofmilieu, der im Februar in Berlin den Goldenen Bären gewann
  • "Félicité" (Senegal), die Geschichte einer Barsängerin, die bei der Berlinale den Großen Preis der Jury erhielt
  • "Die Wunde" (Südafrika), der mit Beschneidung und Homosexualität zwei Tabuthemen der Xhosa behandelt
  • "The Insult" (Libanon) um einen eskalierenden Streit zwischen zwei Männern - in Venedig mit dem Schauspielerpreis Coppa Volpi ausgezeichnet

Am 23. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences im Rahmen der allgemeinen Nominierungen bekannt, welche fünf Filme in die Endrunde kommen. Die Preisverleihung geht dann am 4. März über die Bühne.

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"Aus dem Nichts": Wenn nicht Gerechtigkeit, dann Rache

Foto: Warner Bros.

Vor einem Jahr hatte es die Tragikomödie "Toni Erdmann" von Maren Ade als deutscher Beitrag auf die Shortlist und später in die Endrunde der fünf Nominierten geschafft, bei der Preis-Gala gewann aber das iranische Drama "The Salesman" von Asghar Farhadi den Auslands-Oscar.

Zuletzt holte 2007 der Stasi-Film "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck die Trophäe nach Deutschland. Davor gab es zwei weitere deutsche Erfolge: Caroline Link triumphierte 2003 mit "Nirgendwo in Afrika", Volker Schlöndorff 1980 mit der Verfilmung des Günter-Grass-Romans "Die Blechtrommel".

"Aus dem Nichts" war Anfang der Woche auch für einen Golden Globe in der Sparte "bester nicht englischsprachiger Film" nominiert worden. Die Globes vom Verband der Auslandspresse werden am 7. Januar in Los Angeles verliehen. "Ich fühle mich sehr geehrt, weil ich noch nie mit einem Film so weit gekommen bin", sagte Akin nach Bekanntgabe der Globe-Nominierungen am Montag. Dass gerade eine so persönliche Arbeit die Chance auf die Auszeichnung habe, freue ihn besonders, erklärte der Hamburger Regisseur, Sohn türkischer Einwanderer.

Der Thriller erzählt von einem Anschlag, bei dem ein Kurde und dessen Sohn ums Leben kommen. Diane Kruger spielt die Hauptrolle der verzweifelten Ehefrau, die die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen will. Im Mai hatte sie den Darstellerpreis der Filmfestspiele im französischen Cannes gewonnen.

feb/dpa/AFP
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