SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

25. Februar 2019, 05:16 Uhr

Oscars 2019

"Green Book" ist der beste Film des Jahres

Der Oscar für den Film des Jahres geht an "Green Book". Alfonso Cuarón gewinnt mit "Roma" den Oscar für die beste Regie und Kamera. Alles Wichtige zur Show und ihren Preisträgern.

"We Will Rock You" und "We Are the Champions": Die 91. Oscarverleihung begann mit einer fulminanten Show-Einlage von Queen. Ein passenderer Einstieg war kaum denkbar. Denn der Film "Bohemian Rhapsody", der das Leben des Queen-Sängers Freddie Mercury nachzeichnet, gewann wenig später schon vier Oscars. So viele wie sonst kein anderer Film.

Und zwar die Auszeichnung für den besten Tonschnitt, den besten Ton und wenig später auch den besten Schnitt. Kaum überraschend kam dann auch noch die Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller dazu: Rami Malek holte sich den Oscar für seine Darstellung des ikonischen Bandleaders Freddie Mercury.

Durchaus überraschend war dagegen die Auszeichnung für "Green Book" als "Bester Film". In der Tragikomödie, die auf einer wahren Begebenheit beruht, bringt Viggo Mortensen als weißer Fahrer einen schwarzen Jazzmusiker (gespielt von Mahershala Ali) auf seiner Tournee durch die US-Südstaaten (Hier geht es zur Rezension des Films).

Der Film brachte es auf insgesamt drei Oscars. Für Mahershala Ali sprang dabei noch die Auszeichnung als "Bester Nebendarsteller" heraus.

"Bester Regisseur" wurde Alfonso Cuarón mit dem Netflix-Film "Roma" - den Oscar für die beste Kamera bekam er noch dazu. Er war damit der Erste, der den Oscar in beiden Kategorien gleichzeitig erhielt (lesen Sie hier ein Interview mit Alfonso Cuarón).

Beste Hauptdarstellerin wurde die Hollywood-Newcomerin Olivia Colman. Sie hatte im Historienfilm "The Favourite" die englische Königin Anne verkörpert. "The Favourite" war für insgesamt zehn Oscars nominiert, holte letztlich aber nur diesen einen.

Der beste Filmsong kam von Lady Gaga. Sie hatte das Stück "Shallow" zum Musikfilm "A Star Is Born" beigetragen und brach ob der Auszeichnung in Tränen aus. Die Meinungen über den Film gingen indes weit auseinander.

Der allererste Oscar des Abends wurde zunächst für die beste Nebendarstellerin vergeben. Er ging an Regina King für ihre Rolle in "If Beale Street Could Talk". Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von James Baldwin und erzählt von einer Liebesbeziehung im Harlem der Siebzigerjahre, die durch Rassismus auf die Probe gestellt wird.

Wenig später wurde "Free Solo" mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm geehrt. "Free Solo" zeigt den Freikletterer Alex Honnold dabei, wie er sich darauf vorbereitet, den Granitfelsen El Capitan ohne Hilfsmittel zu bezwingen. Die deutsch-syrische Doku "Of Fathers and Sons" des Regisseurs Talal Derki ging dagegen leer aus.

Die Auszeichnung für das beste Make-up gewann "Vice". Durchaus berechtigt: Christian Bale machte für seine Rolle des Vizepräsidenten Dick Cheney eine erstaunliche Verwandlung durch. Der Oscar für das beste Kostümdesign ging kurz darauf an den Superhelden-Actionfilm "Black Panther".

Und als erste Schwarze, die je in der Kategorie nominiert war, räumte Hannah Beachler den Preis für das beste Szenenbild in "Black Panther" ab. Die beste Filmmusik war ebenfalls in "Black Panther" zu hören und stammte vom schwedischen Komponisten Ludwig Göransson.

Bester fremdsprachiger Film wurde der mexikanische Beitrag "Roma". Florian Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor", ebenfalls in der Kategorie nominiert, ging dagegen leer aus. Der deutsche Film, der das Leben des Malers Gerhard Richter nachzeichnet, war mit Tom Schilling in der Hauptrolle prominent besetzt.

"Spider-Man: A New Universe" ("Spider-Man: Into the Spider-Verse") gewann den Oscar für den besten Animationsfilm, zum besten animierten Kurzfilm wurde "Bao" der Regisseurinnen Domee Shi und Becky Neiman-Cobb gekürt.

Es folgte die Auszeichnung des besten "Dokumentar-Kurzfilms". Und den gewann "Period. End of Sentence". Der Film thematisiert die in Indien tabuisierte Monatsblutung - und wie Frauen in dem Land im Stillen eine sexuelle Revolution lostreten.

Und der Film "Aufbruch zum Mond" ("First Man") konnte der Academy zufolge mit den besten visuellen Effekten aufwarten. Der Film - mit Ryan Gosling in der Hauptrolle - erzählt die erste Mondlandung nach. Es sollte der einzige Oscar für den Film bleiben; in den vier Kategorien, in denen er sonst noch nominiert war, hatten bereits andere gewonnen.

Als bester Kurzfilm wurde "Skin" von Guy Nattiv und Jaime Ray Newman ausgezeichnet. Das beste adaptierte Drehbuch hatte "BlacKkKlansman". Es war der einzige Oscar für das Drama um einen afroamerikanischen Polizisten, der gegen eine örtliche Gruppe des rassistischen Geheimbundes Ku Klux Klan ermittelt.

Anmerkung: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass bei den Kurzfilmen "Detainment" gewonnen habe. Der echte Gewinner lautete allerdings "Skin" von Guy Nattiv und Jaime Ray Newman. Wir haben die Stelle korrigiert.

fek

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung