Oscars 2019 Filmstars kritisieren umstrittene Kürzungspläne

"Eine Beleidigung": Knapp hundert Filmschaffende machen Druck auf die Oscar-Akademie, damit die ihre jüngsten Straffungspläne für die Show zurücknimmt. Einen offenen Brief unterzeichneten auch Pitt, Clooney und Scorsese.
Oscar-Statue

Oscar-Statue

Foto: Danny Moloshok/ AP

Zahlreiche Filmschaffende, darunter die Regisseure Martin Scorsese, Quentin Tarantino, Spike Lee, Damien Chazelle und Ang Lee haben Pläne der Oscar-Akademie für eine Straffung der Preisverleihung kritisiert. In einem offenen Brief, der von knapp hundert Filmschaffenden unterschrieben wurde, machen sie Druck auf die Academy, das übliche Format der Trophäenvergabe beizubehalten.

Es sei eine "Beleidigung" für Filmschaffende, wenn wichtige Kinokunst herabgewürdigt werde, heißt es in dem Schreiben . Unterzeichnet haben inzwischen auch Sandra Bullock, Emma Stone, Jon Hamm, George Clooney, Brad Pitt und Robert de Niro.

Es geht um Pläne der Filmakademie, die Trophäen in vier Kategorien erstmals während Werbepausen bei der Show am 24. Februar auszuhändigen. So soll die Sendezeit auf drei Stunden verkürzt werden. Betroffen sind die Sparten Kamera, Schnitt, Live Action-Kurzfilm sowie Make-up und Haarstyling, wie die Verleiher am Montag bekanntgaben. Die Übergabe der Preise in den vier Sparten soll im Internet zu sehen sein, die Dankesreden der Gewinner sollen in kürzerer Form in der Fernsehshow übertragen werden, hieß es.

Oscarnominierte Filmschaffende, darunter "Roma"-Regisseur Alfonso Cuarón und der US-Kameramann Caleb Deschanel ("Werk ohne Autor") äußerten bereits Kritik. "Kamera und Schnitt sind das Herz unserer Kunst", erklärte Oscarpreisträger Guillermo del Toro ("Shape of Water").

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Die Filmakademie verteidigte das geplante Format am Mittwoch mit dem Hinweis, dass die Dankesreden aller Gewinner in der Liveübertragung vorkommen werden. Die geplante Kürzung in den vier Sparten betreffe etwa den Weg der Preisträger auf die Bühne, der herausgeschnitten werde. In den kommenden Jahren würden in einem Rotationsverfahren vier bis sechs andere Kategorien ausgewählt werden, teilte die Akademie mit.

Die 91. Oscarverleihung wird am 24. Februar erstmals seit 30 Jahren ohne festen Gastgeber stattfinden. Stattdessen sollen Hollywoodstars in einzelne Abschnitte der Show einführen. Zuletzt hatte es 1989 eine Oscar-Gala ohne Moderatoren gegeben. Wer in diesem Jahr nominiert ist, erfahren Sie hier.

aar/dpa